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Politik

Zu wenige Pflegekräfte auf Kinderinten­sivstationen in Niedersachsen

Montag, 8. Oktober 2018

Kinderintensivstation der MHH /dpa

Hannover – Viele Intensivstationen in Niedersachsen, vor allem für Kinder und Säuglinge, leiden darunter, dass es zu wenig Pflegepersonal gibt. Wegen zu wenig Pflegern und Krankenschwestern muss etwa die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) Patienten für die Kinderintensivstation abweisen.

Allein in diesem Jahr seien es bereits 300 gewesen, sagte Michael Sasse, leitender Oberarzt der Station, dem NDR-Magazin Hallo Niedersachsen. „Mit den Folgen, dass die dann nicht nach unseren Möglichkeiten behandelt werden können und unter Umständen auch sterben“, ergänzte Sasse. Auf der Station werden in der Regel schwerkranke Kinder behandelt. Manche seien herzkrank, andere litten an Krebs oder hätten schwerste Infektionen, sagte Sasse heute.

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Die Kinderintensivstation der MHH hält sich dabei an die Empfehlung der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensivmedizin (DIVI), wonach eine Pflegekraft sich höchstens um zwei Patienten gleichzeitig kümmern sollte. Das hat zur Folge, dass bis zu 30 Prozent der Betten auf der Station zwischenzeitlich nicht belegt werden können.

Der niedersächsischen Krankenhausgesellschaft zufolge stehen fast alle Intensiv­stationen der Kliniken im Land vor ähnlichen Problemen – kritisch ist die Situation demnach bei Stationen, auf denen früh geborene Säuglinge betreut werden.

„Frühchen versorgen können überhaupt nur noch 19 Krankenhäuser in ganz Nieder­sachsen“, sagte Verbandsdirektor Helge Engelke. Als Betreuungsschlüssel werde dort empfohlen, dass eine Pflegekraft jeweils ein Frühchen versorgt. Weil das oft nicht zu leisten sei, müssten Schwangere abgewiesen werden.

Aus Sicht Engelkes wird sich das Problem des Pflegepersonalmangels noch ver­schärfen, wenn zum Jahreswechsel bundesweit verpflichtende Untergrenzen gelten.

© dpa/aerzteblatt.de

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