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Ärzteschaft

Fachgesellschaft fordert Maßnahmen gegen gesundheits­gefährdenden Alkoholkonsum

Montag, 8. Oktober 2018

/Andrey Cherkasov, stockadobecom

Berlin – Intensivere Maßnahmen gegen gesundheitsgefährdenden Alkoholkonsum fordert die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

„Die Problematisierung von Alkohol konzentriert sich noch immer überwiegend auf die Abhängigkeit, aber Alkohol ist nicht nur ein Suchtmittel, sondern auch ein Körpergift, das bereits in moderaten Mengen den Organismus schädigt“, sagte Christian Trautwein, Direktor der Medizinischen Klinik III der Uniklinik Aachen und Mediensprecher der Fachgesellschaft.

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Laut einer im August in der Fachzeitschrift Lancet erschienen Untersuchung ist Alkohol­konsum weltweit für 2,2 Prozent aller Todesfälle bei Frauen und 6,8 Prozent bei Männern verantwortlich. In der Altersgruppe der 15- bis 49-jährigen ist danach sogar jeder zehnte vorzeitige Todesfall auf den Alkoholkonsum zurückzuführen. An der Studie waren mehr als 500 Forscher aus über 40 Nationen beteiligt.

„Alkohol ist Treiber für Krankheiten des gesamten Organismus und an der Entstehung von mehr als 200 Erkrankungen beteiligt“, warnt die Fachgesellschaft. Innerhalb des Bauchraums und Verdauungstrakts würden vor allem Leber, Pankreas und Darm geschädigt. Ein bis vier alkoholische Getränke täglich ließen beispielsweise das Darmkrebsrisiko um 21 Prozent steigen.

Die Fachgesellschaft fordert in einem Aufruf unter dem Titel „Gesundheit durch Gastroenterologie“ daher unter anderem eine bessere Aufklärung über die Gesundheitsrisiken von Alkohol und mehr Regularien für die alkoholproduzierende Industrie, zum Beispiel eine Einschränkung der Werbemöglichkeiten.

„De facto schadet Alkohol dem Körper ab dem ersten Tropfen – so etwas wie risikofreien oder gar gesundheitsfördernden Konsum von Alkohol gibt es nicht“, betonte Trautwein. © hil/aerzteblatt.de

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