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Ärzteschaft

Facharztbetreuung und Lebensstilfaktoren tragen zum Erhalt der Nierenfunktion bei

Montag, 8. Oktober 2018

/dpa

Berlin – Patienten mit einer noch leichtgradigen Nierenfunktions­einschränkung sollten darauf achten, ihre Nieren möglichst lange funktionstüchtig zu erhalten. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) aufmerksam gemacht.

Aus Sicht der DGfN ist die fachärztliche Mitbetreuung durch den Nephrologen angeraten, sobald die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) unter 45 ml/min/1,73 Quadratmeter abgefallen ist oder bei einer GFR von unter 60 ml/min/1,73 Quadratmeter und gleichzeitigem Auftreten von Kriterien, die auf einen strukturellen Nierenschaden hinweisen, zum Beispiel Eiweiß im Urin oder Blut im Urin, Änderungen im Erscheinungsbild der Nieren oder auch einem schweren Bluthochdruck. 

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Die Betroffenen sollten aber auch selbst aktiv werden, um ihre Nierenfunktion zu erhalten. Entscheidend ist laut DGfN zunächst, nicht zu rauchen. „Da zahlreiche Kleinstgefäße in den Nieren die lebensnotwendige Filterfunktion des Organs sicherstellen, ist Rauchen nicht nur ein Gefäßgift, sondern auch eine Nierengift“, betont die Fachgesellschaft. Zweitens schade Übergewicht den Nieren – indirekt über einen häufig bei Übergewicht erhöhten Blutdruck, aber auch direkt, unter anderem über Hormone, die das Fettgewebe absondere.

Die Fachgesellschaft empfiehlt außerdem eine phosphatarme Ernährung. „Extrem viel Phosphat ist beispielsweise in Fertiggerichten und Fast Food enthalten, insbesondere in Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln. Empfohlen wird daher eine frisch zubereitete Kost, die auf solche Inhaltsstoffe ganz verzichtet“, so die DGfN.

Eine vegetarisch oder zumindest stark pflanzenbetonte Kost könne außerdem verschiedene Risikofaktoren der Niereninsuffizienz verbessern. Manche Autoren forderten daher, Nierenpatienten zu empfehlen, auf Fleisch zu verzichten. „Klare Belege für den Nutzen einer vegetarischen Kost für das Aufhalten der chronischen Nierenerkrankung in Form von prospektiven randomisierten Studien fehlen aber noch“, stellt die DGfN klar.

Viertens verbessere Sport zahlreiche Parameter, die für den Erhalt der Nierenfunktion wichtig seien und sei daher mit hoher Wahrscheinlichkeit auch ein Lebensstilfaktor, der zum Erhalt der Nierenfunktion beitragen könne. Auch dazu existiere aber keine prospektive Studie, so die DGfN. In Deutschland leben im Augenblick etwa 80.000 Dialysepatienten. © hil/aerzteblatt.de

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