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Ausland

Warnung vor „Burnout-Pandemie unter Ärzten“

Dienstag, 9. Oktober 2018

/bst2012, stockadobecom

Reykjavik – Vor einer „Burnout-Pandemie unter Ärzten“ hat der neue Präsident des Weltärztebundes (WMA), Leonid Eidelman, auf der Generalversammlung des WMA in Reykjavik, Island, gewarnt. „Der Burnout von Ärzten ist ein Symptom für ein größeres Problem – ein Gesundheitssystem, das Ärzte zunehmend überlastet und ihre gesundheitlichen Bedürfnisse unterbewertet“, kritisierte er auf seiner Antrittsrede Anfang Oktober.

Fast die Hälfte der zehn Millionen Ärzte weltweit zeige Symptome eines Burnout, einschließlich emotionaler Erschöpfung, zwischenmenschlicher Entfremdung und einem geringen Gefühl der persönlichen Leistung, sagte Eidelman. Ärzte seien „mit einem unglaublichen Arbeitsaufwand konfrontiert“, dazu gehörten ein steigender Verwaltungsaufwand, steigende Betriebskosten, neue Technologien und eine größere Patientennachfrage. 

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Patienten im Mittelpunkt des ärztlichen Handelns

Allerdings hätten Ärzte das große Privileg, „in das Leben unserer Patienten eingeladen zu werden“. Sie seien bei der Geburt und beim Tod von Patienten dabei, würden beraten und trösten, verhinderten Krankheiten und behandelten und managten Krankheiten. „Unsere Patienten vertrauen uns, und wir haben unsere Fürspracherolle immer sehr ernst genommen. Wir werden unsere Patienten im Mittelpunkt unseres Handelns halten“, sagte Eidelman.

Trotzdem sei es wichtig, die sich verändernden Arbeitsbedingungen in der Medizin zu erfassen und „einen anspruchsvollen, wissenschaftlichen und innovativen Blick in die Zukunft zu werfen“. Ärzte und Patienten brauchten Unterstützung dabei, sich auf die enormen Veränderungen in der Medizin in den nächsten zehn Jahren vorzubereiten, so der WMA-Präsident. Als Beispiele nannte er unter anderem elektronische Patientenakten, Roboter und künstliche Intelligenz.

„Wir können vorhersagen, dass Ärzte als Mitglieder multidisziplinärer Teams komplexere Aufgaben in einem immer komplexeren Arbeitsumfeld erfüllen werden“, sagte Eidelman. Offen sei aber die Frage: „Wer wird der Leiter dieser Teams sein?“, so der WMA-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #749369
Ambush
am Mittwoch, 10. Oktober 2018, 18:36

"arztberuf aufgeben" als häufigste Suchkombination im Zusammenhang mit "arztberuf" auf google.de

Ich habe auch mal Medizin studiert. Rein formell bin ich auch Arzt. Nachdem ich festgestellt habe, dass ich mich nicht für diesen Beruf opfern möchte, habe ich diesem Beruf den Rücken gekehrt. Ich arbeite heute als Kraftfahrer, 1800 Euro netto statt 4000 Euro, ich bin im insgesamt zufrieden damit. Kein ständiger Druck und keine ständige Verantwortung für Leben und Tod. Ich kann mich meinen Interessen und meinen Freunden widmen, Hobbies , Musik... ich habe ein Leben abseits des Berufes in weit größerem Ausmaß, als die armen "Opfer" im Krankenhaus. Generation Y lässt grüßen. Man hat eben nur dieses eine Leben und immer mehr Menschen fahren mit auf diesem Zug. Gibt man bei google.de "arztberuf" ein und drückt dann einmal auf die Leertaste, kommt als erster Suchvorschlag "arztberuf aufgeben"...das kann jeder selbst nachprüfen. Ärzte mit vollbrachter Lebensleistung am Ende ihrer Laufbahn sind vielleicht zufrieden, ob "zufrieden" und "glücklich" dasselbe sind? ... ich wage es zu bezweifeln.

Also "arztberuf aufgeben" als am häufigsten verwendete Suchkombination im Zusammenhang mit arztberuf auf google.de , das sagt doch schon einiges, oder? ...ich selbst bekommen als Kraftfahrer mit Arztausweis natürlich nicht ansatzweise den Respekt entgegengebracht, den der- oder diejenige mit dem Arztkittel und Stethoskop auf dem Gang entgegengebracht bekommt... na und... was hätte ich davon? ...nochmal: Zufriedenheit und Glück sind nicht dasselbe... http://www.karriere.de/karriere/nicht-jeder-mensch-ist-fuer-arbeit-geboren-163984/

Jeder sollte den Weg gehen, der ihn oder sie tatsächlich "glücklich" macht und dabei nicht immer nach links oder rechts zu den anderen schielen. Natürlich ist das tolle Leben von nicht wenigen Docs oft nur Fassade. Tolle Bilder vom Schkifahren oder aus Mauritius oder vom Ärztekongress mit den ganzen Mr. Wichtigs täuschen hinweg über gewissen Statistiken: Suizidrate bei Ärzten 3-fach so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung, bei Ärztinnen sogar 5-fach so hoch , die Scheidungsrate bei Ärzten will ich lieber nicht wissen, angeblich liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Ärzten weltweit bei katastrophalen ca. 56 Jahren. Es gibt Leute, die wollen diesen Beruf unbedingt, jedem das Seine und wer das gerne macht - Respekt vor solchen Leuten. Wer v.a. wegen Cash, Ansehen usw. diesen Beruf sich antut (und das sind mit Sicherheit nicht wenige), offener Horizont täte auch mal gut :-)
Eine Freundin ist jetzt 41, kniet sich voll rein in den Arztberuf, wenn ich sie so erlebe, stolz und mit ihrer Leistung zufrieden ist sie, glücklich ganz offensichtlich nicht. Da frage ich mich dann, Mädel, so intelligent und strebsam du auch sein magst, es hätte doch auch irgendein Dödel-Job als Einzelhandelskauffrau, Kellnerin oder Empfangs-Dame sein können, aber dafür Work-Life-Balance im Sinne von Familie, Freunde, Hobbies und die freie Entfaltung all deiner restlichen Talente, Interessen und Neigungen. Jetzt mit 41 ist der Zug dafür leider langsam abgefahren. Zur 5-fach erhöhten Suizid-Rate bei Ärztinnen fallen einem auch solche Biographien ein...
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