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Politik

Vier Punkte für den Pharmadialog

Dienstag, 9. Oktober 2018

/emiliau, stock.adobe.com

Berlin – Im Herbst soll der Pharmadialog der Bundesregierung in die zweite Runde gehen. Der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge hat jetzt in einem Positionspapier vorgeschlagen, sich dabei auf vier aktuelle Themenfelder zu konzentrieren. Sorge zufolge muss vor allem viel konkreter darüber gesprochen werden, wie man die Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitsforschung erschließen will. „Für den Umgang mit Daten braucht es genauso Rahmenbedingungen wie für therapiebegleitende Apps“, erläuterte der Gesundheitspolitiker.

Darüber hinaus müsse man sich Gedanken machen, wie die frühe Nutzenbewertung weiterentwickelt werden könne, wobei die Frage der Lebensqualität ein zentraler Parameter sei. Mit der Nutzenbewertung verbunden müsse die Frage gestellt werden, wie Preisbildung und Erstattungsmodelle zukunftssicher ausgestaltet werden können.

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„Angesichts kommender hochpreisiger Therapien sollten wir auch über Konzepte wie Pay-for-Performance offen diskutieren“, erklärte Sorge in dem Papier. Nach diesem Prinzip sollten teure neue Medikamente nur bei erfolgreicher Behandlung oder Heilung vollständig erstattet werden. Wo ein solcher Beleg nicht erbracht werden könne, solle die Erstattung deutlich eingeschränkt werden.

Zudem müssten die Weichen für eine wirtschaftlich und qualitativ hochwertige Versorgung gestellt werden. Dazu gehörten wirksamere Vorschriften zu Liefereng­pässen wie auch zum Fälschungsschutz – und ein Arztinformationssystem, das den Arzt „sinnvoll unterstütze“, sagte der Unionspolitiker. „Das Arztinformationssystem könnte Ärzten Übersicht über verfügbare Medikamente, deren Nutzen und Kosten verschaffen. Zur Ausgestaltung sollten gleichermaßen Meinungsbilder der Industrie, Ärzte- und Kassenseite eingeholt werden“, schreibt Sorge.

Die Verfügbarkeit versorgungskritischer Arzneimittel sei zudem weiter abzusichern, indem die Ad-hoc-Meldepflicht bei Lieferengpässen für Hersteller mit Sanktionen bewehrt und ausgeweitet werde. „Meldungen sollten nicht nur Krankenhäuser, sondern stets auch die Krankenkassen, Großhändler, und niedergelassenen Apotheken erreichen“, so Sorge, der auch an die Industrie konkrete Erwartungen formuliert.

Unter anderem verlangt er darin von der Pharmaindustrie, eine „gründliche Vorbereitung auf den Dialog“. Neben geschlossenen, vorab abgestimmten Positionen gehöre dazu vor allem der Mut zum Dissens, wo Positionen gegenläufig seien. „Schließlich differieren die Prioritäten und Interessen zum Beispiel zwischen Original- und Generikaherstellern erheblich“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete. © may/aerzteblatt.de

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