NewsPolitikVier Punkte für den Pharmadialog
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Vier Punkte für den Pharmadialog

Dienstag, 9. Oktober 2018

/emiliau, stock.adobe.com

Berlin – Im Herbst soll der Pharmadialog der Bundesregierung in die zweite Runde gehen. Der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge hat jetzt in einem Positionspapier vorgeschlagen, sich dabei auf vier aktuelle Themenfelder zu konzentrieren. Sorge zufolge muss vor allem viel konkreter darüber gesprochen werden, wie man die Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitsforschung erschließen will. „Für den Umgang mit Daten braucht es genauso Rahmenbedingungen wie für therapiebegleitende Apps“, erläuterte der Gesundheitspolitiker.

Darüber hinaus müsse man sich Gedanken machen, wie die frühe Nutzenbewertung weiterentwickelt werden könne, wobei die Frage der Lebensqualität ein zentraler Parameter sei. Mit der Nutzenbewertung verbunden müsse die Frage gestellt werden, wie Preisbildung und Erstattungsmodelle zukunftssicher ausgestaltet werden können.

Anzeige

„Angesichts kommender hochpreisiger Therapien sollten wir auch über Konzepte wie Pay-for-Performance offen diskutieren“, erklärte Sorge in dem Papier. Nach diesem Prinzip sollten teure neue Medikamente nur bei erfolgreicher Behandlung oder Heilung vollständig erstattet werden. Wo ein solcher Beleg nicht erbracht werden könne, solle die Erstattung deutlich eingeschränkt werden.

Zudem müssten die Weichen für eine wirtschaftlich und qualitativ hochwertige Versorgung gestellt werden. Dazu gehörten wirksamere Vorschriften zu Liefereng­pässen wie auch zum Fälschungsschutz – und ein Arztinformationssystem, das den Arzt „sinnvoll unterstütze“, sagte der Unionspolitiker. „Das Arztinformationssystem könnte Ärzten Übersicht über verfügbare Medikamente, deren Nutzen und Kosten verschaffen. Zur Ausgestaltung sollten gleichermaßen Meinungsbilder der Industrie, Ärzte- und Kassenseite eingeholt werden“, schreibt Sorge.

Die Verfügbarkeit versorgungskritischer Arzneimittel sei zudem weiter abzusichern, indem die Ad-hoc-Meldepflicht bei Lieferengpässen für Hersteller mit Sanktionen bewehrt und ausgeweitet werde. „Meldungen sollten nicht nur Krankenhäuser, sondern stets auch die Krankenkassen, Großhändler, und niedergelassenen Apotheken erreichen“, so Sorge, der auch an die Industrie konkrete Erwartungen formuliert.

Unter anderem verlangt er darin von der Pharmaindustrie, eine „gründliche Vorbereitung auf den Dialog“. Neben geschlossenen, vorab abgestimmten Positionen gehöre dazu vor allem der Mut zum Dissens, wo Positionen gegenläufig seien. „Schließlich differieren die Prioritäten und Interessen zum Beispiel zwischen Original- und Generikaherstellern erheblich“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete. © may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. Januar 2019
Berlin – Ärzte, die im Rahmen der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) einen Medikationsplan ausstellen oder aktualisieren, können dies ab sofort abrechnen. Das hat der ergänzte
Neue Gebührenordnungsposition zur Abrechnung von Medikationsplänen in der ASV
18. Januar 2019
Ann Arbor/Michigan – Jedes zehnte Kind und etwa jeder sechste Erwachsene erhielt in den USA im Jahr 2016 mindestens einmal ein Antibiotikum verordnet, das er gar nicht benötigte. Zu diesem Ergebnis
USA: Ein Drittel aller Antibiotikaverordnungen im ambulanten Bereich unnötig
17. Januar 2019
Köln – Soll man körperlich gebrechliche Patienten mit Bluthochdruck genauso therapieren wie jüngere? Empfehlungen dazu gibt eine Arbeitsgruppe um Michael Denkinger, Geriatrie der Universität Ulm,
Bluthochdruck: Empfehlungen für Pharmakotherapie gebrechlicher älterer Menschen
10. Januar 2019
London – 3 häufig zur Behandlung körperlicher Erkrankungen eingesetzte Wirkstoffgruppen könnten nach den Ergebnissen einer Kohortenstudie in JAMA Psychiatry (2019; doi:
Statine, Kalziumantagonisten und Metformin könnten bei psychiatrischen Erkrankungen helfen
21. Dezember 2018
Berlin – Ab sofort ist die 16. aktualisierte amtliche Fassung der Anatomisch-Therapeutisch-Chemischen Klassifikation (ATC-Klassifikation) inklusive definierter Tagesdosen (DDD) für 2019
Amtliche ATC-Klassifikation für 2019 veröffentlicht
14. Dezember 2018
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat die in dem Entwurf zum Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) enthaltenen Regelungen für das digitale Rezept begrüßt.
Digitales Rezept: Montgomery begrüßt geplanten Gesetzentwurf
11. Dezember 2018
Berlin – Es sei europarechtlich und politisch „unwägbar“, wie ein Versandverbot von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln durchgesetzt werden könne. Das sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER