NewsMedizinForschung sieht keine Anhaltspunkte zwischen HPV-Impfung und Autoimmun­erkrankungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Forschung sieht keine Anhaltspunkte zwischen HPV-Impfung und Autoimmun­erkrankungen

Dienstag, 9. Oktober 2018

/dpa

Berlin – Den Stand der Forschung zur Sicherheit der Impfung gegen humane Papillom­viren (HPV) haben Wissenschafter des Paul Ehrlich Instituts (PEI) zusammengefasst. Ihre Zusammenstellung ist jetzt im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit erschienen (2018; 3: 17ff).

„In klinischen Studien mit dem bivalenten und dem tetravalenten Impfstoff wurde bei männlichen Studienteilnehmern im Vergleich zu weiblichen Studienteilnehmern eine vergleichbare oder geringere Inzidenz von unerwünschten Ereignissen beobachtet“, berichten die Autoren insbesondere bezogen auf unerwünschte Lokalreaktionen. 

Anzeige

In Bezug auf Autoimmunerkrankungen bei Jungen beziehen sich die PEI-Autoren unter anderem auf eine Studie an 568.410 Jungen, die zwischen 1988 und 2006 in Dänemark geboren und von 2006 bis 2016 nachbeobachtet wurden – sie umfasst also rund 4 Millionen Personenjahre.

Die Autoren untersuchten, ob die HPV-Immunisierung von 10- bis 17-jährigen Jungen mit dem tetravalenten Impfstoff mit einem erhöhten Risiko für 39 Autoimmun­erkrankungen, 12 neurologische Erkrankungen und thromboem­bolische Ereignisse vergesellschaftet ist.

7.384 Jungen im Alter von 10 bis 17 Jahren erhielten im Untersuchungszeitraum mindestens eine Dosis des tetravalenten Impfstoffs. „Nach Adjustierung für multiples Testen kam keines der 52 untersuchten Einzeloutcomes bei HPV-geimpften Jungen häufiger vor als bei nicht geimpften“, so die Studienzusammenfassung.

Auch bei Mädchen zeigen große Studien unter anderem aus Dänemark und Frankreich keine erhöhte Inzidenz von Autoimmunerkrankungen bei HPV-Geimpften.

„Zusammenfassend weist der aktuelle Forschungsstand auf ein gutes Sicherheitsprofil bei weiblichen wie männlichen Impflingen hin. Zurzeit gibt es keine Anhaltspunkte für einen kausalen Zusammenhang zwischen HPV-Impfung und Autoimmunerkrankungen“, schreiben die PEI-Autoren.

Die Impfung gegen humane Papilliomviren (HPV) ist laut einem Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) künftig für alle Kinder zwischen 9 und 14 Jahren eine Kassenleistung – nicht nur für Mädchen. Der G-BA folgt damit einer Entscheidung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Diese hatte auf ihrer 90. Sitzung Anfang Juni die HPV-Impfung auch für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

13. November 2018
Berlin – In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 650.000 Menschen an einer Lungenentzündung. Spezialisten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sehen sowohl die Patienten als auch
Geriater warnen vor Pneumonie bei älteren Menschen
7. November 2018
Frankfurt am Main – Wenn es um den Schutz vor Grippe geht, sind viele Mitarbeiter des Gesundheitswesens offenbar Impfmuffel. Die Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen hat daher heute an medizinisches Personal
Landesärztekammer will mehr Grippeimpfungen bei Klinikpersonal
7. November 2018
Rostock – Erstmals hat ein Impfstoffkandidat gegen das Chikungunya-Virus erfolgreich eine Phase-2-Studie mit 263 Teilnehmern abgeschlossen. Forschern der Universitätsmedizin Rostock ist es zusammen
Vielversprechender Impfstoff gegen Chikungunya-Viren sicher und verträglich
5. November 2018
Montreal – Die Früherkennung des Zervixkarzinoms, die Frauen heute bis ins höhere Alter empfohlen wird, könnte mit dem HPV-Test, der eine aktive Infektion mit den krebsverursachenden Viren nachweist,
HPV-Test: Zervixscreening könnte mit 55 Jahren beendet werden
5. November 2018
Beerse/Belgien – Influenza-Forscher träumen seit Langem von einem Impfstoff, der auch ältere Menschen zuverlässig schützt und nicht jedes Jahr erneuert werden muss. Die Lösung könnte eine synthetische
Nasenspray könnte mit Lama-Antikörpern vor allen Grippeviren schützen
31. Oktober 2018
Langen – Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist Medienberichten entgegengetreten, wonach der Grippeimpfstoff in dieser Saison bereits vergriffen sei. Richtig sei, dass bei vier von fünf zugelassenen
Paul-Ehrlich-Institut bittet um Meldung von Lieferengpässen bei Grippeimpfstoffen
30. Oktober 2018
Köln – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Maßnahmenpaket entwickelt, um niedergelassene Ärzte sowie Eltern und Jugendliche auf die Bedeutung einer Impfung gegen Humane
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER