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Anzahl der in Babyklappen abgegebenen Kinder in Hamburg rückläufig

Mittwoch, 10. Oktober 2018

/dpa

Hamburg – Erst ein Neugeborenes ist in diesem Jahr in einer Babyklappe in Hamburg abgegeben worden. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bürgerschaftsfraktion hervor. Auch im Vorjahr hatte eine Mutter ihr Kind in eine Babyklappe gelegt. Insgesamt gibt es in Hamburg laut Senat vier Babyklappen.

In einer Babyklappe können Mütter direkt nach der Geburt anonym ihr Kind abgeben. Die bundesweit erste Einrichtung dieser Art war 1999 in Hamburg vom freien Träger SterniPark eröffnet worden – Hintergrund war damals ein in einer Recyclinganlage gefundenes totes Findelkind.

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Seitdem sind die Zahlen der anonym abgegebenen Babys rückläufig. In den ersten Jahren nach Einrichtung der ersten Babyklappe hatten laut SterniPark noch fünf bis sieben Mütter pro Jahr ihre Kinder dort zurückgelassen. Mittlerweile wird oft nur ein Kind pro Jahr in der Klappe gefunden.

Für Leila Moysich, Geschäftsführerin von SterniPark, ist der Rückgang der abgegebenen Kinder ein „toller Erfolg“. Einen Grund für die Entwicklung sieht sie darin, dass es heute mehr Hilfsangebote für Schwangere gebe und sich somit weniger Frauen gezwungen sähen, ihre Schwangerschaft bis zum Ende zu verheimlichen. Außerdem habe wohl ein Wandel in der Gesellschaft stattgefunden. Es sei mittlerweile mehr akzeptiert, alleinerziehend zu sein oder ein Baby zum vermeintlich falschen Zeitpunkt im Leben zu bekommen.

Darüber hinaus gibt es seit einigen Jahren in Deutschland die Möglichkeit einer sogenannten vertraulichen Geburt: Schwangere können weitgehend anonym im Krankenhaus entbinden – die Frauen müssen lediglich einmal ihre Identität preisgeben, die dann aber gut geschützt wird.

In Hamburg gab es in diesem Jahr bisher eine vertrauliche Geburt. Dieses Angebot stelle aber lediglich eine Alternative zur Babyklappe dar – ersetzen könne es sie nicht, betont Moysich. Schon die einmalige Aufnahme der Personalien könne eine große Hürde für Frauen in Notlagen darstellen. „Manchmal ist diese Hürde für eine Mutter zu hoch.“

Auch der familienpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion Daniel Oetzel, der die aktuelle Anfrage gestellt hat, betont die Bedeutung der Einrichtung: „Eine Situation, in der eine Mutter entscheidet, sich von ihrem neugeborenen Kind zu trennen, ist immer dramatisch. In solchen Situationen ist es entscheidend, eine schnelle Hilfe für den Säugling anzubieten.“ © dpa/aerzteblatt.de

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