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Medizin

Keuchhusten: Impfung in der Schwangerschaft schützt Säugling am effektivsten

Mittwoch, 10. Oktober 2018

/dpa

Houston – Eine TdaP-Impfung in der Schwangerschaft, die in Großbritannien und den USA, nicht aber in Deutschland empfohlen wird, erhöht die Konzentration von Antikörpern gegen das Keuchhusten-Toxin in der Nabelschnur. Nach den im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2018; doi: 10.1001/jama.2018.14298) publizierten Ergebnissen einer Kohortenstudie könnte die 30. Schwangerschaftswoche der optimale Impftermin sein.

Keuchhusten ist für Kinder in den ersten Lebensmonaten am gefährlichsten. Bei der Epidemie von 2010 in Kalifornien traten die meisten Erkrankungen und alle zehn Todesfälle bei Kindern im Alter von unter sechs Monaten auf. In dieser Zeit sind die Säuglinge auf die Antikörper angewiesen, die sie während der Schwangerschaft von ihrer Mutter erhalten haben (und teilweise beim Stillen aufnehmen). Die britischen Behörden raten deshalb seit 2012 allen Schwangeren zur TdaP-Impfung. Sie gilt als sicher, weil der Impfstoff keine lebenden Erreger enthält.

In England kam es bereits im ersten Jahr nach Einführung der Impfung zu einem Rückgang der Keuchhusten-Erkrankungen bei Säuglingen (Lancet 2014; 384; 1512–1528). Ähnliche Trends wurden auch in den USA nachgewiesen. Die Centers for Disease Control and Prevention empfehlen die Impfung zwischen der 27. und 36. Schwanger­schaftswoche. Dies beruht auf der Erkenntnis, dass die Plazenta erst ab etwa der 17. Woche Antikörper passieren lässt. Ein größerer Transfer findet erst ab der 32. bis 34. Woche statt.

Mary Healy und Mitarbeiter vom Baylor College of Medicine in Houston haben jetzt erstmals in einer größeren Kohorte die Konzentration der Antikörper im Nabelschnurblut von 626 Neugeborenen untersucht. Bei den Kindern der 312 Mütter, die während der Schwangerschaft geimpft wurden, war die Konzentration der Antikörper gegen das Pertussis-Toxin mit 47,3 IE/ml fast 4-mal so hoch wie bei den 314 nicht nachgeimpften Müttern, bei denen einen Antikörperkonzentration von durchschnittlich 12,9 IE/ml gemessen wurde.

Antikörperkonzentrationen von mehr als 15 IE/ml wurden bei 86 % der Neugeborenen von nachgeimpften Müttern und 37 % der nicht nachgeimpften Mütter gefunden. Die Differenz von 49 Prozentpunkten war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 42 bis 55 Prozentpunkten signifikant. Eine Konzentration von 30 IE/ml oder mehr wurde von 72 % gegenüber 17 % erreicht (Differenz: 55 Prozentpunkte; 49–61 Prozentpunkte). Die Konzentration von 40 IE/ml wurde von 59 % gegenüber 12 % überschritten (Differenz 47 %; 41–54 Prozentpunkte).

Die Antikörperkonzentration war bei einer Impfung in der 30. Schwangerschaftswoche mit 57,3 IE/ml (44,0–74,6 IE/ml) am höchsten. Eine Impfung zu diesem Zeitpunkt bietet nach Ansicht von Healy den besten Schutz für das Kind. © rme/aerzteblatt.de

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