NewsVermischtesServiceroboter besteht Praxistest in Mannheimer Klinik und Pflegeeinrichtungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Serviceroboter besteht Praxistest in Mannheimer Klinik und Pflegeeinrichtungen

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Der intelligente Pflegewagen navigiert autonom an den gewünschten Einsatzort und kann dabei auch Fahrstühle nutzen./Fraunhofer IPA
Der intelligente Pflegewagen navigiert autonom an den gewünschten Einsatzort und kann dabei auch Fahrstühle nutzen./Fraunhofer IPA

Mannheim – Zu wenig Personal für zu viele pflegebedürftige Patienten oder Bewohner – das Fraunhofer IPA schickt einen intelligenten Pflegewagen sowie einen robotischen Serviceassistenten, um Pflegepersonal zu entlasten. Die modernen Pflegehilfsmittel sollen den Pflegeberuf attraktiver machen und für eine bessere Pflegequalität auch unter schwierigen Bedingungen sorgen.

Die im Projekt SeRoDi (Servicerobotik für personenbezogene Dienstleistungen) entwickelten Serviceroboter waren in drei Mannheimer Einrichtungen in mehr­wöchigen Testphasen im Einsatz: dem Universitätsklinikum sowie dem Senioren­zentrum Waldhof und dem Ida-Scipio-Heim. Mittelfristig sollen die weiterentwickelten Prototypen mit interessierten Firmen zur Serienreife gebracht werden.

Anzeige

Intelligenter Pflegewagen kommt auf Knopfdruck

Um dem Pflegepersonal Laufwege zu ersparen sowie den Aufwand für die manuelle Dokumentation verbrauchten Materials zu reduzieren, hat das Fraunhofer IPA zusammen mit der Firma MLR den intelligenten Pflegewagen entwickelt. Die Pflegekraft bestellt ihn per Smartphone zum Einsatzort und er navigiert selbstständig dort hin – notfalls nutzt er auch den Fahrstuhl. Der Pflegewagen erkennt und dokumentiert das entnommene Material. Geht ein Pflegeutensil zur Neige oder wird die Akkuleistung knapp, fährt der Pflegewagen nach Freigabe durch das Pflegepersonal selbstständig ins Lager oder an die Ladestation.

Während der Roboter in den Altenpflegeeinrichtungen vom Pflegepersonal mit Wäscheutensilien befüllt wurde, war der im Universitätsklinikum eingesetzte Wagen bereits in umfangreichere logistische Prozesse der Klinik eingebunden. Die Modulkörbe mit den Verbandsmaterialien wurden dabei in der zentralen Krankenhauslogistik befüllt und auf die Stationen geliefert, sodass das Pflegepersonal leere Modulkörbe nur noch durch fertig gepackte ersetze, nicht aber alle Utensilien selbst zusammen­stellen musste. Um den Aufwand für das Personal weiter zu reduzieren, arbeitet das Fraunhofer IPA aktuell an einer Lösung, den Modulkorbwechsel ebenfalls zu automatisieren.

Eine Roboterfahrspur ist besser als zwei

Die durchgeführten Praxistests ergaben, dass für eine gute Fahrkurserstellung ein umfangreiches Verständnis der hausinternen Abläufe notwendig ist. Nur so konnte sichergestellt werden, dass Zielpositionen nicht blockiert sind. Gleichzeitig zeigten die ersten Tests, dass ein Fahrweg auf dem Flur für beide Richtungen vorteilhafter war als getrennte Fahrwege, weil dann auf den engen Fluren weniger Raum freizuhalten war. Für die Bewohner und das Personal war dadurch klarer, wo der Roboter fährt. Gleichzeitig stellte die Beschränkung auf eine Spur sicher, dass der Roboter keine größeren Umwege fuhr.

Roboter spart Zeit und Laufwege

Im Rahmen der Praxisevaluierungen bestätigten die beteiligten Pflegekräfte, dass der intelligente Pflegewagen durch die Reduktion der Laufwege und der damit verbundenen Zeitersparnis einen Gewinn in ihrem Arbeitsalltag darstellen kann. Gleichzeitig ergibt sich durch die schnellere Versorgung ohne Unterbrechungen, um fehlende Materialien zu holen, auch ein Qualitätsgewinn für Patienten und Bewohner. Die Bedienung des Pflegewagens über Smartphone und Touchscreen beschrieben die Pflegekräfte als unkompliziert. Neben dem Pflegepersonal brachten auch die Bewohner und Patienten und deren Angehörige der neuen Technologie großes Interesse entgegen.

Robotischer Service­assistent serviert Bewohnern Getränke

Neben dem Pflegewagen ist auch der robotische Service­assistent ein Ergebnis des SeRoDi-Projekts. Der mobile Roboter kann mit bis zu 28 Getränken oder Snacks befüllt werden und diese Patienten oder Bewohnern anbieten. Durch regel­mäßige Erinnerungen soll der Roboter die Flüssigkeitsaufnahme der Bewohner steigern. Zugleich kann der Robotereinsatz auch die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen fördern.

Im Mannheimer Seniorenzentrum Waldhof, in dem der robotische Serviceassistent in einem Aufenthaltsraum eine Woche lang getestet wurde, war dieser eine willkommene Abwechslung und viele Bewohner waren neugierig und interessiert. Die Interaktion mit den Bewohnern verlief in den meisten Fällen erfolgreich. Lediglich der Bestellvorgang erforderte manchmal noch etwas Hilfestellung beim Bedienen des Touchscreens. Die Sprachausgabe des Roboters kam besonders gut an und motivierte die Bewohner sogar, sich mit dem Roboter zu unterhalten. © gie/idw/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Dezember 2018
Wiesbaden – Der Hessische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Stefan Grüttner (CDU) hat heute die ersten fünf Innovationsprojekte vorgestellt, die das Land im Rahmen der E-Health-Initiative Hessen fördert. Bei den
Hessen fördert Telemedizinprojekte
7. Dezember 2018
München – In einer unterfränkischen Tagespflege wird mit staatlicher Förderung der Einsatz eines Roboters erprobt. Die bayerische Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) erklärte dazu heute in
Bayern fördert Robotereinsatz in Tagespflege
7. Dezember 2018
Berlin – Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist ein Feld, in dem die Vertragsärzte und -psychotherapeuten zunehmend selbstbewusst agieren und die Rahmenbedingungen mitgestalten wollen. Das wurde
Ärzte wollen die Digitalisierung gestalten
7. Dezember 2018
Chicago – US-Forscher haben ein miniaturisiertes Messgerät für UV-Licht entwickelt, das an der Kleidung, aber auch am Finger oder als Ohrring getragen werden kann und ohne eine Batterie die
Hautkrebs: Tragbarer Hautsensor gibt UV-Alarm über Smartphone
6. Dezember 2018
Pontevedra – Computerspiele können eine leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB) frühzeitig erkennen und von einer Alzheimererkrankung unterscheiden. Das zeigt eine spanische Pilotstudie mit 16
Serious Games: Mit Computerspielen Alzheimer früh erkennen
5. Dezember 2018
Berlin – Telemedizinische Anwendungen sind im vergangenen Jahr noch kaum genutzt worden. Das zeigt ein Bericht des Bewertungsausschusses zur ambulanten telemedizinischen Leistungserbringung an die
Telemedizin und Videosprechstunden kaum genutzt
4. Dezember 2018
Berlin – Um die digitale Modernisierung des Gesundheitssystems voranzutreiben, will das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) noch in diesem Jahr erste Eckpunkte für ein Digitalisierungsgesetz
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER