NewsÄrzteschaftNeue S3-Leitlinie zur Gesundheits­versorgung von transsexuellen Menschen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neue S3-Leitlinie zur Gesundheits­versorgung von transsexuellen Menschen

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Nicht alle Menschen fühlen sich einem Geschlecht zugehörig. /Dashk, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) hat eine S3-Leitlinie zur Gesundheitsversorgung von transsexuellen Menschen veröffentlicht: „Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit“. Federführende Fachgesellschaft ist die Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS). Schwerpunkt der Leitlinie ist die Diagnostik, Beratung und Behandlung bei gesundheitlichen Belastungen im körperlichen, psychischen und psychosozialen Bereich.

Neben zahlreichen wissenschaftlichen Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen und der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik war an der Ausarbeitung auch die „Bundesvereinigung Trans*“ (BVT*) beteiligt.

Anzeige

„Die Trans-Gesundheitsversorgung erfolgte in Deutschland viel zu lange mit Hilfe völlig veralteter Sichtweisen auf transgeschlechtliches Leben. Dies führte zu einer massiven Diskriminierung und zu einem Leiden von Trans-Personen“, sagte Mari Günther vom BVT*-Vorstand. Die Leitlinie strebe einen Paradigmenwechsels an – Trans-Personen sollten als mündige und selbstbestimmt handelnde Menschen respektiert werden, die nach umfassender Information die bestmöglichen Entscheidungen für sich und ihr Wohlbefinden treffen können, so Günther. 

Die nun vorliegende S3-Leitlinie soll die Trans-Gesundheitsversorgung in Deutschland aus einer differenzierten psychosozialen Perspektive individualisieren, flexibilisieren und insgesamt modernisieren. „Aus Sicht der Trans-Community kann diese Leitlinie ein wichtiger Schritt im Rahmen einer weiteren Entpathologisierung sein“, hieß es aus dem BVT*. 

Das Bundeskabinett hatte Mitte August einem Gesetzentwurf zugestimmt, der im Geburtenregister künftig den Eintrag einer dritten Geschlechtsoption „divers“ möglich machen soll – oder aber dieses Eintrag offen zu lassen. Der Bundestag wird diesen Gesetzentwurf morgen beraten. 

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

12. Oktober 2018
Berlin – Der Bundestag hat gestern kontrovers über die Reform der Geschlechtseintragung in das Personenstandsregister debattiert. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung will für Menschen ohne
Bundestag debattiert kontrovers über neuen Geschlechtseintrag
7. September 2018
Düsseldorf – Für hochwertige interdisziplinäre, evidenzbasierte Leitlinien ist eine nachhaltige, unabhängige Finanzierung erforderlich. Das hat gestern die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen
AWMF fordert nachhaltige, unabhängige Finanzierung hochwertiger Leitlinien
29. August 2018
München – Schwangere, die unter einer Herzkrankheit leiden, sollten nicht nach der 40. Schwangerschaftswoche gebären. Das empfehlen die neuen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) zum
Herzkranke Schwangere sollten Geburt nach 40. Schwangerschaftswoche vermeiden
28. August 2018
Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualität in der Medizin hat eine überarbeitete Version der Nationalen Versorgungsleitlinie (NVL) zur chronischen koronaren Herzkrankheit vorgelegt. Für die jetzt
ÄZQ legt überarbeitete Leitlinie zur chronischen koronaren Herzkrankheit vor
27. August 2018
Berlin – Die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) hat auf ihrem Kongress in München neue Leitlinien zur Behandlung des Bluthochdrucks vorgestellt. Die ESC folgen darin nicht den
Bluthochdruck: Europäer bleiben beim bisherigen Schwellenwert
13. August 2018
Berlin – Einen Eingriff zum Verschluss eines offenen Foramen ovale zur Sekundärprophylaxe des Schlaganfalls empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für
Neurologen und Kardiologen empfehlen interventionellen Verschluss eines offenen Foramen ovale zur Schlaganfall-Sekundärprophylaxe
10. August 2018
Lübeck/Essen – Die Empfehlungen der S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom werden noch nicht in allen Bereichen gleichermaßen berücksichtigt. Das zeigt eine Umfrage der Arbeitsgemeinschaften Urologische
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER