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Medizin

Alopecia universalis: Neurodermitis-Medi­kament Dupilumab ließ Kopfhaare sprießen

Donnerstag, 11. Oktober 2018

/maccc, stockadobecom

Boston – Der monoklonale Antikörper Dupilumab, der seit dem letzten Jahr als Reservemedikament bei schwersten Formen der Atopischen Dermatitis („Neuro­dermitis“) zugelassen ist, könnte auch bei der Alopecia universalis wirksam sein, wie ein Fallbericht in JAMA Dermatology (2018; doi: 10.1001/jamadermatol.2018.29) zeigt. 

Dermatologen des Massachusetts General Hospital in Boston hatten ein 13-jähriges Mädchen, das seit dem Alter von 7 Monaten unter einer therapierefraktären Atopischen Dermatitis litt, mit Dupilumab behandelt. Der Antikörper bindet an der Alpha-Untereinheit des IL-4-Rezeptors und hemmt die nachgeschaltete Signaltransduktion von IL-4 und IL-13. Dadurch werden T-Helferzellen vom Typ 2 (TH2) gehemmt, deren Überaktivität eine Schlüsselrolle bei der Atopischen Dermatitis spielt. Dupilumab gehört zu den derzeit stärksten Medikamenten bei der Atopischen Dermatitis, und die subkutanen Injektionen, die alle 2 Wochen wiederholt werden, zeigten bei der jungen Patientin nach kurzer Zeit Wirkung. Die Ekzeme, die zuvor 70 % der Haut bedeckt hatten, bildeten sich langsam zurück.

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Doch nicht nur der Zustand der Haut besserte sich. Nach 6 Wochen bildeten sich auf dem Kopf der Patientin Flaumhaare. Dies war ungewöhnlich, da die Patientin seit dem Alter von 2 Jahren unter einer Alopecia universalis litt und am ganzen Körper unbehaart war. 9 Monate nach dem Beginn der Behandlung war der Kopf, wenn auch schütter, zu 60 % mit terminalem Haar bedeckt. Als die Behandlung zwischenzeitig aus versicherungstechnischen Gründen unterbrochen wurde, kam es sofort zu einem Haarausfall.

Das behandelnde Ärzteteam um Maryanne Senna erklärt die Wirkung mit der Pathogenese der Alopecia universalis und dem Wirkungsmechanismus von Dupilumab. Die Alopecia universalis wird zu den Autoimmunerkrankungen gezählt. Ein Kenn­zeichen der Erkrankung ist eine vermehrte Aktivierung der TH2-Zellen, die möglicherweise über Zytokine erfolgt, die durch Dupilumab in ihrer Wirksamkeit gehemmt werden. Das zwischenzeitliche Rezidiv, zu dem es bei der Unterbrechung der Behandlung kam, spricht für diese Vermutung. Ein Einzelfall kann die Wirksamkeit von Dupilumab bei der Alopecia universalis zwar nicht belegen. Senna hofft jedoch, dass der Behandlungserfolg bei ihrer Patientin die Durchführung einer klinischen Studie veranlasst. © rme/aerzteblatt.de

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