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Kardiologen sehen nur geringe Fortschritte bei der Behandlung des kardiogenen Schocks

Donnerstag, 11. Oktober 2018

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Düsseldorf/ Berlin – Zu geringe Fortschritte bei der Betreuung von Patienten mit kardiogenem Schock konstatiert die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung (DGK). „Trotz der beeindruckenden Fortschritte in der kardiovaskulären Intensivmedizin ist ein Mangel an großen Studien hinsichtlich der Verringerung der Sterblichkeit festzustellen“, sagte der DGK-Präsident Hugo Katus auf den Herztagen der Fachgesellschaft in Berlin.

Besonders hoch sei mit 40 bis 50 Prozent die Sterblichkeit beim kardiogenen Schock. Es sei in den vergangenen Jahren nicht gelungen, sie zu senken. Der kardiogene Schock wird durch ein Pumpversagen des Herzens ausgelöst. Das Herz ist nicht mehr imstande, das benötigte Herzzeitvolumen zur Verfügung zu stellen.

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Wenige Empfehlungen zum kardiogenen Schock haben laut DKG einen höheren Evidenzgrad als C, also Expertenmeinung. Die American Heart Association hat bei kardiogenem Schock daher keine Leitlinie publiziert, sondern lediglich ein wissenschaftliches Statement. „Es ist dringend nötig, Forschungsinitiativen zu setzen, die sich mit kardiovaskulären Problemen bei Patienten auseinandersetzen, und entsprechende Fördermittel zur Verfügung zu stellen“, sagte Katus.

Eine wichtige unbeantwortete Frage beim kardiogenen Schock sei zum Beispiel, ob bei Patienten eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) die Sterblichkeit verringern kann. „Derzeit werden mechanische Herz-Kreislauf-Unterstützungssysteme immer häufiger eingesetzt, obwohl die Evidenz unzureichend ist“, so Katus. Die ECMO ist eine intensivmedizinische Technik, bei der eine Maschine ganz oder teilweise die Atemfunktion von Patienten übernimmt.

„Es gibt aber noch eine Reihe weiterer unbeantwortete Fragen in der kardiovaskulären Intensivmedizin, die wissenschaftlich angesprochen und beantwortet werden müssen, um eine bessere Versorgung der betroffenen Patienten zu ermöglichen“, betonte der DKG-Präsident. © hil/aerzteblatt.de

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