NewsVermischtesTierarzt infiziert sich mit West-Nil-Virus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Tierarzt infiziert sich mit West-Nil-Virus

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Ein Bartkauz, aufgenommen im Zoo. /dpa
Ein Bartkauz, aufgenommen im Zoo. /dpa

Poing/Erlangen – Zum ersten Mal hat sich ein Mensch in Deutschland nachweislich mit dem West-Nil-Virus infiziert. Der Tierarzt aus Bayern habe sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Obduktion eines an dem Virus verendeten Bartkauzes aus einem Wildpark in Poing (Landkreis Ebersberg) mit dem Erreger angesteckt, teilte das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen mit.

Der Veterinär sei kurz nach dem Eingriff am West-Nil-Fieber erkrankt, mittlerweile aber wieder gesund. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch sei nicht bekannt. Lange Zeit war das Virus in Deutschland nur bei Reiserückkehrern festgestellt worden.

Anzeige

Bei dem toten Bartkauz war das gefährliche West-Nil-Virus Mitte September nachgewiesen worden. Bei Vögeln wurde das Virus zum ersten Mal in Deutschland Ende August nachgewiesen, und zwar bei einem Bartkauz aus einem Zoo in Halle/Saale.

Der von Stechmücken übertragene Erreger war bisher nicht in Deutschland heimisch. In den vergangenen Jahren gab es hierzulande wenige Fälle von Erkrankten, die sich jedoch alle im Ausland infiziert hatten. Meldepflicht besteht seit dem Jahr 2015. In Süd- und Südosteuropa gab es in dieser Saison eine besonders heftige Infektionswelle mit zahlreichen Todesfällen vor allem bei älteren Menschen. Zuletzt meldete auch Tschechien nach Jahren erneut erste heimische Erkrankungen.

Nachgewiesen wurde das Virus erstmals 1937 in der Region West Nil in Uganda. Inzwischen ist der Erreger in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Europas heimisch. In den 1990er-Jahren schaffte er den Sprung über den Atlantik und ist nun auch in den USA verbreitet.

Die Infektion verläuft laut LGL bei 80 Prozent der Infizierten symptomlos. Nur bei etwa 20 Prozent zeigten sich leichte Krankheitssymptome wie Fieber und grippeähnliche Erscheinungen. In seltenen Fällen können schwere Infektionen jedoch zum Tod führen. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Dezember 2018
Magdeburg – In diesem Jahr sind bislang deutlich mehr Norovirus-Erkrankungen diagnostiziert worden als im Vorjahreszeitraum. Bis in die erste Dezemberwoche hinein wurden mehr als 7.600 Fälle der
Anstieg bei Norovirus-Erkrankungen in Sachsen-Anhalt
7. Dezember 2018
Aarhus – Kinder und Jugendliche, die wegen schwerer Infektionen im Krankenhaus behandelt wurden, erkrankten in einer bevölkerungsweiten Kohortenstudie aus Dänemark in JAMA Psychiatry (2018; doi:
Infektionen könnten bei Kindern das Risiko auf psychische Erkrankungen erhöhen
6. Dezember 2018
Berlin – In Deutschland kommt es nach Hochrechnungen des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) jedes Jahr zu 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen. Die Zahl der durch nosokomiale Infektionen
Bis zu 600.000 Krankenhausinfektionen
6. Dezember 2018
Berlin – Zu Blasenentzündungen ist eine neue Patienteninformation erschienen. Auf zwei Seiten erfahren Patientinnen in verständlicher Form, wie eine Harnwegsentzündung entsteht und was dagegen getan
Patienteninformation zum Thema Blasenentzündung erschienen
5. Dezember 2018
Saarbrücken – Die Grundlage für eine neuartige Therapieform gegen Infektionskrankheiten hoffen Wissenschaftler vom Saarbrücker Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) gefunden
Bakterienvesikel als mögliche Antiinfektiva
4. Dezember 2018
Basel – Wie schnell sich Säuglinge von der ersten Atemwegsinfektion ihres Lebens erholen, scheint weniger vom Erreger abzuhängen als von der Zusammensetzung der Nasenflora. Nach einer prospektiven
Gesunde Nasenflora könnte Erkältungen bei Säuglingen verkürzen
4. Dezember 2018
Rostock – Krankheiten, wie Chikungunya, Leishmaniose, West-Nil- und Krim-Kongo-Fieber könnten in Zukunft infolge des Klimawandels vermehrt in Deutschland auftreten. Das berichten Tropenmediziner von
LNS
NEWSLETTER