NewsPolitikDeutschland will Weltgesund­heitsorganisation mehr Planungssicherheit geben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Deutschland will Weltgesund­heitsorganisation mehr Planungssicherheit geben

Montag, 15. Oktober 2018

Jens Spahn /dpa

Berlin – Bei der Bekämpfung weltweiter Gesundheitsgefahren will Deutschland der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) mehr Planungssicherheit geben. Für die kommenden vier Jahre soll die WHO 115 Millionen Euro von Deutschland erhalten, kündigte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) gestern bei der Eröffnung des World Health Summit in Berlin an.

Bereits gestern hatte ein Ministeriumssprecher betont, die Mittel würden erstmals verbindlich und ohne Zweckbindung als freiwilliger Beitrag aus dem Etat des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums (BMG) fließen.

Anzeige

Nach Angaben des Ministeriumssprechers werden jeweils 20 Prozent des WHO-Etats aus den Beiträgen der Mitglieder bezahlt, die übrigen 80 Prozent aus freiwilligen Beiträgen. Darüber hinaus gebe es aber noch weitere Zahlungen. Deutschland zählt zu den größten Pflichtbeitragszahlern. Freiwillige Zahlungen seien bisher immer jährlich zugesagt worden, sagte der Sprecher.

Es gehe darum, die WHO nachhaltig zu stärken, „damit sie ihre wichtige Rolle bei der Bekämpfung von internationalen Gesundheitsgefahren noch besser ausfüllen kann“, sagte Spahn am Wochenende dem Tagesspiegel. Dazu gehörten die Eindämmung von Infektionserkrankungen wie der jüngste Ebola-Ausbruch im Kongo sowie der Ausbau des internationalen Krisenmanagements.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte am Wochende die Bedeutung der WHO. Die Entwicklung neuer Medikamente angesichts von Antibiotika-Resistenzen könne Deutschland „niemals allein“ erreichen, sagte sie in ihrer im Internet verbreiteten wöchentlichen Videobotschaft am vergangenen Samstag.

Merkel betonte auch, die rasante Ausbreitung des Ebola-Fiebers 2014 habe gezeigt, dass „wir alle miteinander verbunden sind“. Daher sei es auch im Interesse Deutschlands, dass Warnsysteme aufgebaut werden, damit sich Pandemien und Epidemien nicht weltweit ausbreiteten.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) mahnte mehr Anstrengungen im Kampf gegen die Infektionskrankheiten Aids, Tuberkulose und Malaria an. „Jetzt haben wir die einmalige Gelegenheit, Aids, Tuberkulose und Malaria endgültig zu besiegen. Dazu müssen sich deutlich mehr Staaten beteiligen“, sagte der Minister den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die Ebola-Epidemie ist Westafrika habe gezeigt, „wie schnell Länder mit schwachen Gesundheitssystemen geradezu über Nacht um viele Jahre in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden“, erklärte der Minister. „Wir müssen daraus lernen und gezielt in die Gesundheitsversorgung investieren.“ Eine Milliarde Menschen weltweit habe noch immer keinen Zugang zu Krankenhäusern, Ärzten und Vorsorge.

Der Weltgesundheitsgipfel (World Health Summit) startete gestern und geht bis morgen. Zu dem dreitägigen Kongress werden rund 2.000 Fachleute aus der ganzen Welt erwartet, darunter der Generaldirektor der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sowie Microsoft-Gründer Bill Gates. Auch Merkel und Spahn haben ihr Kommen zugesagt.

© dpa/kna/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. November 2018
Karlsruhe – Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung ein Open-Source-Werkzeug entwickelt, dass die oft heterogenen Effekte einer
Open-Source-Tool soll Innovationen beschleunigen
23. November 2018
Berlin – Der Bundestag hat heute mit den Stimmen der Großen Koalition den Bundeshaushalt 2019 beschlossen. Für den Etat mit Ausgaben von 356,4 Milliarden Euro stimmten 366 Abgeordnete, mit Nein 284
Bundestag beschließt Haushalt
22. November 2018
Berlin – Die Große Koalition sieht weiteren Verbesserungsbedarf bei der Bezahlung von Altenpflegern, um mehr dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Mit den beschlossenen 13.000 zusätzlichen
Haushaltsdebatte: Große Koalition verspricht bessere Bezahlung von Altenpflegern
19. November 2018
Berlin – Der Hartmannbund hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) aufgefordert, eine Deregulierungsinitiative im Gesundheitswesen unter Einbezug der Ärzteschaft zu beginnen. In den vergangenen
Hartmannbund fordert Deregulierungsinitiative
8. November 2018
Berlin – Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sieht das Gesundheitswesen vor großen Herausforderungen. „Die derzeit positive finanzielle Lage darf nicht
Wirtschaftsweise fordern Schließung von Krankenhäusern
6. November 2018
Berlin – Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, hat angekündigt, dass zwei der von der großen Koalition auf den Weg gebrachten Gesetze das Gesundheitswesen in
Lauterbach: Zwei Gesetze werden das System grundlegend verändern
30. Oktober 2018
München – Der Gesetzgeber sollte sich vor zunehmenden staatlichen Eingriffen in das Gesundheitswesen hüten. Davor haben heute gemeinsam die Präsidien der Bayerischen Lan­des­ärz­te­kam­mer (BLÄK), der
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER