NewsAuslandWasserverschmutzung erhöht Kindersterblichkeit in Gaza
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Wasserverschmutzung erhöht Kindersterblichkeit in Gaza

Dienstag, 16. Oktober 2018

/dpa

Jerusalem – Durch Wasserverseuchung verursachte Krankheiten sind die Hauptursache für Kindersterblichkeit im Gazastreifen. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung der Denkfabrik „RAND Corporation“, über die die Tageszeitung Haaretz berichtet. Der Zusammenbruch der Wasserinfrastruktur hat demnach zu einem drastischen Anstieg von Viren wie dem Rotavirus, Cholera und Salmonellen geführt.

Von zwölf Prozent der durch Magen-Darm-Beschwerden verursachten Todesfälle bei Kindern vor vier Jahren sei der Anteil seither deutlich gestiegen. Der Ausbruch einer Epidemie sei angesichts der Zustände vor Ort nur eine Frage der Zeit.

Anzeige

Für den Anstieg verantwortlich machen die Forscher die mangelnde Versorgung mit Trinkwasser, die hohen Pro-Kopf-Kosten für den Einkauf von Trinkwasser sowie eine mangelnde oder zusammengebrochene Infrastruktur bei der Wasser- und Abwasser­versorgung. Täglich fließe demnach ungeklärtes Abwasser im Volumen von 43 olympischen Schwimmbecken ins Meer.

Gegenwärtig sind laut Bericht 97 Prozent des Trinkwassers im Gazastreifen nicht trinkbar. Als Resultat liege der Anteil, den der Kauf von Wasser am monatlichen Einkommen einnehme, bei rund 30 Prozent. Im Vergleich dazu liegen die Wasserkosten pro Kopf im Westen bei 0,7 Prozent des Monatseinkommens. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit seien viele Bewohner nicht in der Lage, Trinkwasser zu kaufen.

Die Wasserknappheit führe ferner dazu, dass Krankenhauspersonal sich nicht regelmäßig die Hände wasche und öffentliche Einrichtungen wie Schulen nur notdürftig geputzt werden. Nach der Studie gibt es im Gazastreifen eine Toilette für 75 Schüler sowie ein Waschbecken für 80 Schüler.

Die Studie basiert laut Bericht auf Behördenangaben aus dem Gazastreifen, den palästinensischen Gebieten, Israel, Jordanien und Ägypten. Ferner bezieht sie sich auf frühere Studien zu Wasserkrisen im Zusammenhang mit Krieg und politischer Instabilität wie etwa im Irak oder dem Jemen. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

24. November 2020
Brüssel – Das Europaparlament hat das Ziel ausgerufen, Obdachlosigkeit in der EU bis 2030 abzuschaffen. Dazu fordern die Abgeordneten ein entschiedeneres und besser abgestimmtes Vorgehen der
EU-Parlament will Obdachlosigkeit bis 2030 beenden
23. November 2020
New York – Im Kampf gegen die Coronapandemie will das UN-Kinderhilfswerk Unicef zwei Milliarden Impfdosen in 92 einkommensschwächere Länder liefern. Die logistischen Vorbereitungen liefen bereits,
Unicef will zwei Milliarden Coronaimpfdosen in arme Länder schicken
19. November 2020
Genf – Mit Blick auf die morgigen Gespräche der Welthandelsorganisation (WTO) fordert Ärzte ohne Grenzen die beteiligten Regierungen auf, eine Initiative zum Aussetzen von geistigen Eigentumsrechten –
Ärzte ohne Grenzen fordert Patentaussetzung während SARS-CoV-2-Pandemie
18. November 2020
Berlin – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Deutschland und Europa aufgerufen, ihre Kontingente eines Impfstoffes gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 mit ärmeren Ländern zu teilen. „Deutschland
Steinmeier: Deutschland sollte Coronaimpfstoff mit armen Ländern teilen
18. November 2020
Tegucigalpa – Mindestens neun Menschen sind in Mittelamerika durch den Hurrikan „Iota“ ums Leben gekommen. In Nicaragua wurden gestern (Ortszeit) sechs Opfer gemeldet, unter ihnen zwei Kinder. Zwei
Mehrere Tote durch Hurrikan „Iota“ in Mittelamerika
9. November 2020
Havanna – 200 Tote oder Vermisste, unzählige Häuser zerstört – der Wirbelsturm „Eta“ hat in Mittelamerika gewütet und seinen Weg der Zerstörung gestern in Kuba fortgesetzt. Aus Angst vor
Tote und Vermisste in Mittelamerika nach Sturm „Eta“
4. November 2020
Izmir – Fünf Tage nach dem verheerenden Erdbeben im türkischen Izmir haben Einsatzkräfte die Rettungsarbeiten beendet. „Die Such- und Rettungsteams haben ihre Arbeit abgeschlossen“, teilte der
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER