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Politik

Landarztquote soll Ärztemangel in Sachsen-Anhalt mildern

Dienstag, 16. Oktober 2018

/dpa

Magdeburg – Im Kampf gegen den Ärztemangel hat die Landesregierung Sachsen-Anhalt ihre Pläne für eine Landarztquote konkretisiert. Bis zu 20 Medizinstudienplätze pro Jahr sollen für angehende Landärzte reserviert werden. Vorgesehen sei eine Quote von fünf Prozent der 400 Plätze an den Universitäten Magdeburg und Halle, sagte Ge­sund­heits­mi­nis­terin Petra Grimm-Benne (SPD) heute.

Studierende, die dieses Angebot nutzen, müssen sich verpflichten, nach ihrem Abschluss eine bestimmte Zeit im ländlichen Raum zu arbeiten. Wie lange sie sich verpflichten müssen, steht Grimm-Benne zufolge noch nicht fest. „Wir hoffen, dass sie sich dauerhaft dort niederlassen“, sagte die SPD-Politikerin. Die Landärzte könnten zum Beispiel Praxen von Kollegen übernehmen, die aus Altersgründen ausscheiden.

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In Sachsen-Anhalt droht ein massiver Mangel an Hausärzten. Die Landesregierung geht davon aus, dass 2032 landesweit 262 Allgemeinmediziner fehlen. Fast jeder sechste Hausarzt ist bereits jetzt älter als 65 Jahre. Ende 2025 wird den Angaben zufolge fast die Hälfte der Mediziner dieses Alter erreicht haben.

An der Quoten-Regelung haben Gesundheits- und Wissenschaftsministerium lange getüftelt. Orientieren soll sich die Regelung am Auswahlverfahren der Sanitätsoffiziere der Bundeswehr. Die Truppe wählt die Studienplatzbewerber selbst aus, die Zulassungs­bescheide werden dann von der Stiftung für Hochschulzulassung erstellt. So ähnlich soll das dann auch für die Landarztquote funktionieren.

Die Stiftung überarbeitet deshalb gerade ihr Regelwerk. „Wir haben dann eine rechtliche Grundlage auf Bundesebene, auf der wir die Quote aufsetzen können“, erläuterte Grimm-Benne. Den Gesetzentwurf des Landes will die Ge­sund­heits­mi­nis­terin im November vorlegen. Ziel sei, die ersten Landarzt-Studienplätze zum Wintersemester 2020/21 zu vergeben. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, will sich Sachsen-Anhalt eng mit anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen abstimmen, die ebenfalls eine Landarztquote planen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt begrüßte die Pläne für eine Landarztquote. Gerade im ländlichen Raum werde es in den kommenden Jahren zu vielen Praxisaufgaben aus Altersgründen kommen, erklärte KV-Chef Burkhard John. Die KV finanziert bereits seit einigen Jahren Studienplätze an der privaten Universität Witten-Herdecke, wenn die Absolventen nach dem Studium in Sachsen-Anhalt arbeiten. Studienplätze zu schaffen könne aber nicht dauerhaft Aufgabe der KV sein, hieß es. Die AfD kritisierte, die Landarztquote falle mit fünf Prozent zu niedrig aus. © dpa/aerzteblatt.de

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