NewsPolitikEinigung über Fallpauschalen­katalog für Krankenhäuser
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Einigung über Fallpauschalen­katalog für Krankenhäuser

Dienstag, 16. Oktober 2018

/shefkate, stockadobecom

Berlin – GKV-Spitzenverband, Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) haben sich auf den Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser für das kommende Jahr verständigt.

Der DRG-Katalog bestimmt über Relativgewichte das Verhältnis der Vergütungen verschiedener Behandlungsfälle zueinander. Die mit den Krankenkassen abgerechnete Vergütungshöhe wird auf dieser Basis maßgeblich durch die in den Bundesländern vereinbarten Basisfallwerte festgelegt. Insgesamt steuert der DRG-Katalog rund 70 Milliarden Euro. Er ist seit dem Jahr 2004 die verbindliche Abrechnungsgrundlage für rund 20 Millionen stationäre Fälle pro Kalenderjahr.

Anzeige

Ein wichtiger Schwerpunkt der aktuellen Umbauten des DRG-Katalogs war den Akteuren zufolge eine nochmals differenziertere Abbildung von Behandlungen von Kindern, insbesondere durch den Ausbau entsprechender Altersgruppen.

„Wir haben mit dem Entscheid für 2019 letztmalig den Katalog in der alten Form verabschiedet und damit die Handlungsfähigkeit in der gemeinsamen Selbstver­waltung unterstrichen“, sagte der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. Im kommenden Jahr müsse die Selbstverwaltung wegen der Ausgliederung der Pflegekosten einen völlig neuer DRG-Katalog entwickeln. Rund ein Fünftel der Krankenhausaufwendungen werde dann nicht mehr über Fallpauschalen gesteuert.

„Die Selbstverwaltung wird in den kommenden Monaten viel schultern müssen, um den Entgeltkatalog nach den neuen gesetzlichen Vorgaben weiterzuentwickeln. Diesen Herausforderungen werden wir uns stellen und gemeinsam sicherlich auch eine gute Lösung für die Zeit ab 2020 finden“, sagte Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Im Vorfeld hatte von Stackelberg den Entwurf für das Pflegepersonalstärkungsgesetz deutlich kritisiert: „Wir sehen die Gefahr, dass Krankenhäuser, wenn es um Pflegestellen geht, nicht mehr wirtschaftlich mit dem Geld der Beitragszahler umgehen. Wenn sämtliche Kosten für Pflegekräfte quasi durchgereicht werden, macht es für die Krankenhäuser Sinn, Pflegekräfte nicht nur für die Krankenpflege, sondern auch wieder als Reinigungskräfte oder für die Essensausgabe einzusetzen“, sagte er kürzlich in Berlin.

Neben dem DRG-Katalog haben sich Krankenkassen, DKG und PKV außerdem über den pauschalierenden, tagesbezogenen Entgeltkatalog für psychiatrische und psychoso­matische Einrichtungen verständigt. Nach der verpflichtenden Einführung des neuen Vergütungssystems in diesem Jahr werden ab dem kommenden Jahr die Leistungen ausschließlich über den neuen Entgeltkatalog abgerechnet. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. Mai 2019
Berlin – Die Geschäftsführer der deutschen Krankenhäuser sorgen sich, durch die Herausnahme der Pflegepersonalkosten aus den Fallpauschalen im kommenden Jahr in Liquiditätsprobleme zu kommen. „Die
Krankenhäuser haben Angst vor Liquiditätsproblemen
22. März 2019
Berlin – Der Leiter des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), Frank Heimig, hat die Unsicherheiten betont, die mit der Herausnahme der Pflegepersonalkosten aus den Diagnose Related
DRG-Umbau: Auswirkungen werden erheblich sein
18. Februar 2019
Basel – Die Einführung des Fallpauschalensystems zur Vergütung von Krankenhausleistungen hat in der Schweiz nicht zu dem erwarteten Rückgang der Liegezeiten der Patienten geführt. Laut einer Analyse
Fallpauschalen in der Schweiz: Kein Rückgang der Liegezeiten, aber mehr Rehospitalisierungen
12. November 2018
Berlin – Der Marburger Bund (MB) hat gefordert, das Krankenhausfinanzierungssystem durch ein neues Vergütungssystem zu ersetzen, das die Kosten der aus ärztlicher Sicht notwendigen Versorgung der
Marburger Bund setzt sich für Ablösung des DRG-Systems ein
1. Juni 2018
Berlin – Die Bundesregierung will das diagnosebezogene Fallpauschalensystem (DRG) zur Krankenhausfinanzierung verändern und die Personalkosten für die Pflege künftig aus den Berechungen herausnehmen.
Petition: Alle Personalkosten aus Fallpauschalensystem ausgliedern
19. März 2018
Frankfurt am Main – Mehr zeitlichen Spielraum für ärztliche Transplantationsbeauftragte in Krankenhäusern fordern die Delegierten der Lan­des­ärz­te­kam­mer Hessen. Die augenblicklichen Regelungen in dem
Landesärztekammer Hessen fordert Reformen bei Personalpolitik im Krankenhaus
12. März 2018
Düsseldorf – Die Große Koalition aus Union und SPD hat angekündigt, die Finanzierung von Personalkosten im Krankenhaus neu zu ordnen. Dabei müssen nicht nur die Pflegekosten, sondern auch die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER