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Medizin

Schwangerschaften gefährden Herz von Krebsüberlebenden

Dienstag, 16. Oktober 2018

Blutdruck messen bei schwangerer Frau /chompoo, stock.adobe.com
Weder das Alter einer Schwangeren mit früherer Krebserkrankung, noch die Krebsart lieferten einen Hinweis auf die bevorstehende kardiale Krise. /chompoo, stock.adobe.com

Toronto – Frauen, die wegen einer Krebserkrankung eine Strahlentherapie oder kardiotoxische Zytostatika erhalten haben, erleiden bei einer späteren Schwanger­schaft häufig eine Herzinsuffizienz. Dies zeigen die Erfahrungen einer kanadischen Klinik, die jetzt im Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurden (2018; doi: 10.1016/j.jacc.2018.07.085).

Die Behandlungschancen von Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Eine Heilung wird jedoch häufig nur unter dem Einsatz von Medikamenten erzielt, die den Herzmuskel schädigen. Auch eine Strahlentherapie kann die kardiale Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

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Probleme treten oft erst auf, wenn das Herz in erhöhtem Maße beansprucht wird. Dies kann bei einer Schwangerschaft der Fall sein. Das Blutvolumen steigt in dieser Zeit um etwa 40 %, das Herzzeitvolumen nimmt um 30 bis 50 % zu und die Herzfrequenz erhöht sich um 10 bis 20 Schläge pro Minute.

Das Risiko einer kardialen Krise steigt

Eine Auswertung von Krankenakten des Toronto General Hospital zeigt, dass viele Krebsüberlebende während einer Schwagenschaft in eine kardiale Krise rutschen. An der Klinik wurden mehr als 10 Jahre 78 Schwangere (während 94 Schwangerschaften) betreut, die als Kind wegen einer Krebserkrankung behandelt worden waren.

Insgesamt 55 Frauen hatten eine Anthrazyklin-basierte Chemotherapie erhalten, bei den übrigen 23 Frauen waren andere Zytostatika eingesetzt oder eine Strahlentherapie durchgeführt worden.

Bei 13 der 55 Frauen, die bei der Krebstherapie Anthrazykline erhalten hatten, war es bereits vor der Schwangerschaft zu einer kardialen Krise mit einem Abfall der Herzleistung auf unter 50 % gekommen, berichtet der Kardiologe Paaladinesh Thavendiranathan. Jede dritte dieser Frauen entwickelte während der Schwangerschaft oder postpartal erneut eine Herzinsuffizienz, ohne dass bei der Patientin eine Koronare Herzkrankheit oder eine Herzrhythmusstörung vorlag. Weder das Alter der Schwangeren, noch die Krebsart, an der sie als Kinder oder Heranwachsende erkrankt war, lieferten einen Hinweis auf die bevorstehende kardiale Krise.

Bei den meisten Frauen, die vor der Schwangerschaft keine kardialen Krisen erlitten hatten, verlief die Schwangerschaft dagegen komplikationslos. Frühere Studien hatten das Risiko einer Herzinsuffizienz von Krebsüberlebenden während einer späteren Schwangerschaft mit bis zu 5,4 % angegeben. Die jetzt vorgestellten Daten zeigen, dass die Gefahr für einige Frauen erheblich höher ist. Thavendiranathan rät deshalb den Frauen dringend zu einer kardiologischen Betreuung während der Schwangerschaft, um Todesfälle zu vermeiden. Am Toronto General Hospital haben bisher alle Schwangeren die kardialen Krisen während der Schwangerschaft überlebt.

© rme/aerzteblatt.de

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Ferdinand Wolfbeißer
am Dienstag, 16. Oktober 2018, 19:10

Alternative Abhilfen

Angesichts dieses Sachverhaltes wäre es angezeigt, endlich einmal jenen nebenwirkungsfreien Abhilfen in Betracht zu ziehen, die Gegenstand des Portals http://www.dr-rath-foundation.org/2018/08/victory-over-cancer/#1454687770508-a70f6bc1-6a9c sind.
LNS

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