NewsPolitikDrogenbeauftragte für neuen Anlauf zu einem Tabakwerbeverbot
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Drogenbeauftragte für neuen Anlauf zu einem Tabakwerbeverbot

Mittwoch, 17. Oktober 2018

/dpa

Hannover – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat einen neuen Anlauf für ein Verbot von Tabakwerbung auf Plakaten und im Kino gefordert. „Viel zu lange liegt das Tabakaußenwerbeverbot bereits auf Eis“, sagte Mortler den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Es sei Zeit, endlich mit den Diskussionen Schluss zu machen.

Mit Blick auf die Abwahl des früheren Unions-Fraktionschefs Volker Kauder, der mehrfach Initiativen für ein Verbot gestoppt hatte, sagte Mortler: „Jetzt liegt eine neue Zeit vor uns und ich bin optimistisch, dass wir es gemeinsam mit den Fraktionskollegen in dieser Legislaturperiode schaffen, diese Kuh ein für alle Mal vom Eis zu bekommen.“

Anzeige

Die Unionsfraktion im Bundestag äußerte sich auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes bisher aber nicht zu der Frage, wie es mit dem Tabakwerbeverbot weitergehen soll. Über das Thema wird in Deutschland seit Langem gestritten. Deutschland hat sich im Rahmen internationaler Abkommen der Weltgesund­heitsorganisation (WHO) verpflichtet, ein umfassendes Werbeverbot für Tabakprodukte zu erlassen.

Ein entsprechender Gesetzentwurf der vorigen großen Koalition scheiterte 2016 am Widerstand der Unions-Fraktionsführung. Aus dem neuen Koalitionsvertrag mit der SPD wurde die Forderung dann auf Druck von Unionspolitikern wieder gestrichen.

„Es wurden ellenlange Debatten geführt, obwohl Deutschland ganz klar verpflichtet ist, das WHO-Abkommen zur Reduzierung von Tabakkonsum, dazu gehört auch das Außenwerbeverbot, umzusetzen“, sagte Mortler nun. „Jeder weiß, dass Werbung – gerade auf Kinder und Jugendliche – wirkt.“ Wer in diesem Kontext von „Bevormundung und Werbefreiheit“ spreche, habe eindeutig das Problem nicht verstanden.

Opposition und Ärzte, unter anderem die Bundes­ärzte­kammer, hatten sich immer wieder für ein Tabakwerbeverbot ausgesprochen. © afp/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #731292
cis2000
am Sonntag, 28. Oktober 2018, 23:34

Wer in diesem Kontext von „Bevormundung und Werbefreiheit“ spreche, habe eindeutig das Problem nicht verstanden.

Was aus diesem Who-Abkommen entsteht sieht man hier:
https://www.pro-rauchfrei.de/wir-informieren/wir-klagen-an
Hier kann man Menschen denunzieren! Ein wirklicher Erfolg unserer modernen Gesellschaft!
MfG
Avatar #731292
cis2000
am Sonntag, 28. Oktober 2018, 23:12

Wer in diesem Kontext von „Bevormundung und Werbefreiheit“ spreche, habe eindeutig das Problem nicht verstanden.

Das Problem von Frau Marlene Mortler (CSU) habe ich sehr wohl verstanden. Das WHO-Abkommen bringt Kohle und kostet Kohle!
MfG
Avatar #731292
cis2000
am Sonntag, 28. Oktober 2018, 23:03

Viel zu lange liegt das Tabakaußenwerbeverbot bereits auf Eis

Was bringen all diese Maßnahmen? Sollte man nicht ganz einfach die Menschen in unserem Land in Ruhe lassen? Menschen welche ganz einfach leben wollen. Rauchen und Dampfen wenn es ihnen gefällt. Einfach das tuen was einem gefällt?
MfG
LNS

Nachrichten zum Thema

23. Mai 2019
Hamburg – Besucher von Shisha-Bars sollen in Hamburg besser vor möglichen Kohlenmonoxidvergiftungen geschützt werden. Die Bürgerschaft stimmte gestern einem Gesetzentwurf von Gesundheitssenatorin
Hamburg beschließt schärfere Regeln für Shisha-Bars
22. Mai 2019
Los Angeles – Die Umweltgesetzgebung in Kalifornien der letzten beiden Jahrzehnte hat offenbar Wirkung gezeigt. Mit der geringeren Belastung der Luft durch Stickoxide und Feinstaub ist die Zahl der
Kalifornien: Rückgang von Asthmaerkrankungen bei Kindern dank sauberer Luft
17. Mai 2019
Weimar – Die Jugend- und Familienminister der Bundesländer wollen eine Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz. Darauf einigten sich die Minister heute bei einem gemeinsamen Treffen in Weimar.
Länder wollen Kinderrechte im Grundgesetz verankern
10. Mai 2019
Hannover – Schwere Verbrennungen bei Kindern werden in den meisten Fällen durch heiße Flüssigkeiten verursacht. Das geht aus Zahlen hervor, die die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV)
Kleinkinder erleiden besonders häufig schwere Verbrühungen
8. Mai 2019
Stockholm – Ein Apgar-Score vom 7, 8 oder 9 Punkten, der im klinischen Alltag als unbedenklich gilt, geht auf Bevölkerungsebene mit einem erhöhten Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko für das
Neugeborene: Apgar-Score von 9 kann erhöhtes Risiko anzeigen
2. Mai 2019
London – Eine selektive dorsale Rhizotomie, bei der sensorische Nervenwurzeln im Bereich des unteren Rückenmarks durchtrennt werden, kann bei Kindern mit Zerebralparese die Spastizität abschwächen und
Zerebralparese: Operation kann motorische Funktionen und Lebensqualität verbessern
29. April 2019
Bremen/Hannover – Bremen will mit Niedersachsen und anderen Bundesländern ein neuen Vorstoß für ein Rauchverbot in Autos unternehmen, wenn Kinder und Schwangere mitfahren. „Passivrauchen ist eine
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER