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Medizin

DGE-Empfehlung für Zuckerkonsum angekündigt

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Schalen mit verschiedenen Zuckerarten, Honig, Sirup und Zuckerwürfel. /manuta stock.adobe.com
Als freie Zucker gelten Monosaccharide und Disaccharide, die Lebensmitteln zugesetzt werden, sowie von Natur aus in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthaltene Zucker. /manuta stock.adobe.com

Berlin – In wenigen Monaten will auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine quantitative Empfehlung zum Zuckerkonsum aussprechen. Das Positionspapier zur Zuckerreduktion soll Anfang 2019 veröffentlicht werden, kündigte Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut (MRI) gestern beim Zuckerreduktionsgipfel an.

Bisher beschränken sich die Referenzwerte der DGE auf die Zufuhr von Kohlenhydraten, Fett, Proteine, Wasser, Salz, Energiezufuhr und weiterer Nährstoffe. Die DGE empfiehlt mehr als 50 % der Energie in Form von Kohlenhydraten aufzunehmen. Die Untergruppe der Mono- und Disaccharide wird nicht explizit aufgeführt. Das soll sich in wenigen Monaten ändern.

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Empfehlungen Zuckerzufuhr

COMA 1991: max. 10 % freier Zucker

WHO 2003/2015: max. 10 % freier Zucker

DGA 2015: max. 10 % zugesetzter Zucker

SACN 2015: max. 5 % freier Zucker

Nordische Länder 2012: max. 10 % zugesetzter Zucker

Unter „freiem Zucker” werden dabei zugesetzte verstanden, aber auch von Natur aus in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthaltene Zucker.

Empfohlene Obergrenzen für Zucker liegen meist bei 10 %

„Die Referenzwerte für Zucker werden aller Voraussicht nach nicht abweichen von bisherigen Empfehlungen anderer Organisationen, wie etwa der Welt­gesund­heits­organi­sation“, sagte Watzl, der am MRI in Karlsruhe das Institut für Physiologie und Biochemie der Ernährung leitet. Die meisten empfehlen einen maximalen Zuckerkonsum von 10 Energie-% in Form von freiem oder zugesetztem Zucker (siehe Kasten).

Einzig das Scientific Advisory Committee on Nutrition (SACN) in England kam 2015 zu niedrigeren Werten von maximal 5 Energie-% in Form von freiem Zucker. Eine neue Empfehlung kam erst kürzlich aus Frankreich (ANSES) hinzu. Demnach soll die Gesamtzuckeraufnahme 100 Gramm pro Tag nicht überschreiten. Für zugesetzte und freie Zucker bedeute dies 5 bis 10 Energie-%, so Watzl.

EFSA-Empfehlungen fehlen

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) konnte sich 2010 nicht dazu durchringen eine quantitative Empfehlung zur Zuckeraufnahme auszusprechen, so Watzl. „Auf Initiative der nordischen Länder ist die EFSA derzeit in einem sehr aufwendigen Prozess, der Ergebnisse im Jahr 2020 bringen wird“, berichtete Watzl, der auch bei der DGE als kooptiertes Mitglied aktiv ist.

Zuckerreduktion auf 10 % in Deutschland möglich

In Deutschland hält Watzl eine Reduktion auf 10 Energie-% Zucker für umsetzbar. Derzeit konsumieren Frauen etwa 13,9 Energie-% in Form von Zucker und Männer durchschnittlich 13,0 Energie-%. Größer wird die zu überwindende Differenz bei 15 bis 17-Jährigen. Laut KiGGS-Daten nehmen Jungs in diesem Alter 26,8 Energie-% Zucker zu sich und Mädchen 30,5 Energie-%.

Am deutlichsten ist hierbei der Zusammenhang mit dem Konsum von Limonaden nachweisbar. Zwar sei der Verzehr solcher Getränke zurückgegangen. „Trotzdem konsumieren Jugendlichen durchschnittlich immer noch einen halben Liter gesüßte Getränke pro Tag“, warnte Watzl. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #754103
Biochemie
am Freitag, 19. Oktober 2018, 11:20

DGE-Empfehlung für Zuckerkonsum angekündigt

Ich möchte den Artikel noch ergänzen

Der Zuckerkonsum bleibt immer eine auf einen bestimmten Menschen bezogene Menge. Der eine Körper verstoffwechselt besser der andere weniger gut auf Grund von Hormonen, Enzymen, Zellen (Insulin),...
Ich denke aber in der Regel sollte jeder versuchen den Blutzuckerspiegel so zu erhalten, dass er langsam aus der Ernährung aufgenommen werden kann.
Da ist jeder selber verantwortlich die Ernährung zu finden wie der eigene Körper am besten funktioniert und dieses ist nicht immer einfach.
An der stelle möchte ich noch die Psychologie ansprechen. Menschen mit vielen inneren und äußeren Konflikten, denken unbewusst oder bewusst viel über dieses nach und hier verlangt oft das Gehirn vermehrt Clucose für das Wohlbefinden. Diesen Zusammenhang müssen die Menschen bewusst wissen, lernen. So kommt es auch zu dem Begriff "Nerven-Nahrung gegen Stress" Der Zucker verändert das Gefühl schnell. Es gibt natürlich noch viele andere Stoffe die dieses können.








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