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Medizin

Bildgebung bei Kreuzschmerzen nicht immer notwendig

Freitag, 19. Oktober 2018

Bildgebung beim Kreuzschmerz /Jürgen Hüls, stock.adobe.com
Bildgebung ohne potenzielle therapeutische Konsequenz ist laut Nationaler Versorgungsleitlinie zu vermeiden. /Jürgen Hüls, stock.adobe.com

Berlin – Bildgebende Verfahren sind in den meisten Fällen von Kreuzschmerzen kein Muss bei der Diagnostik. Erst wenn die Schmerzen vier bis sechs Wochen bestehen, kommen neben einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung auch laborchemische und apparative Verfahren zum Einsatz. Darauf machten Orthopäden und Unfallchirurgen im Vorfeld ihres Kongresses (DKOU) aufmerksam, der nächste Woche in Berlin stattfindet.

Jährlich suchen 20 Millionen Menschen in Deutschland wegen Rückenschmerzen einen Arzt auf. Kongresspräsident Werner Siebert ist sich sicher: „Die meisten Fälle werden schon jetzt konservativ behandelt.“ Selbst bei den Bandscheiben sei bei 90 % keine Operation notwendig. Der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie nennt aber auch Ausnahmen, die nur wenige Menschen betreffen. Bei spezifischen Ursachen wie schweren Wirbelsäulenverformungen, Skoliose oder Menschen, die im Alter einen engen Wirbelkanal bekommen, kann eine Operation angezeigt sein.

Beim nicht spezifischen Kreuzschmerz und beim Fehlen von Warnhinweisen (red flags) ist es richtig, den Einsatz bildgebender Verfahren nicht gleich aufzurufen. Werner Siebert, Vitos Orthopädische Klinik Kassel

Laut Siebert werden Patienten mit Bandscheibenvorfällen zu häufig in eine „Operationsnotwendigkeiten gedrängt“, bildgebende Verfahren zu häufig eingesetzt. „Beim nicht spezifischen Kreuzschmerz und beim Fehlen von Warnhinweisen (red flags) ist es richtig, den Einsatz bildgebender Verfahren nicht gleich aufzurufen“, sagte Siebert. Er kritisierte, dass den Patienten somit Angst gemacht werde und empfiehlt Bewegung statt Bettruhe.

Bei der Konferenz machte der Direktor und Chefarzt der Vitos Orthopädischen Klinik Kassel auf einen leitlinienorientierten Algorithmus aufmerksam, den auch seine Kollegen in der Klinik als DIN A5-Kärtchen, griffbereit in der Kitteltasche, verwenden. Der Algorithmus unterscheidet initial zwischen lokal lumbalen Schmerzen, die keine Bildgebung zur Folge haben, und ausstrahlenden Schmerzen, die in den meisten Fällen ebenfalls keine Bildgebung nötig machen.

© dit/aerzteblatt.de

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