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Politik

Tattoo-Entfernung: Bundesrat erweitert Kreis auf alle approbierten Ärzte

Freitag, 19. Oktober 2018

/dpa

Berlin – In Deutschland dürfen bald nur noch Ärzte per Laser Tätowierungen oder Permanent Make up entfernen. Das hat der Bundesrat heute in Berlin entschieden. Bisher bieten beispielsweise auch private Kosmetikstudios solche Eingriffe an.

Änderungen gab es vom Bundesrat in der Frage, welche Arztgruppen die Behandlung vornehmen dürfen. Der Regierungsentwurf der betreffenden Strahlenschutzverordnung hatte ursprünglich vorgesehen, dass in Zukunft nur Dermatologen und plastische Chirurgen dazu berechtigt sein sollten. Der Bundesrat erweiterte den Kreis jetzt.

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Nun sollen alle approbierten Ärzte berechtigt sein, sofern sie über die entsprechende Fachkunde verfügen. Diese muss durch ärztliche Weiter- oder Fortbildungen nachgewiesen werden. Die Neuregelung  tritt Ende 2020 in Kraft. Der Regierungsentwurf hatte eine dreimonatige Übergangsfrist vorgesehen.

Die Entscheidung des Bundesrats war in dieser Woche kritisch beäugt worden. Der Wirtschaftsausschuss hatte zuletzt empfohlen, die Regelung ganz zu kippen. Der Gesundheitsausschuss wollte eine Ausweitung auf alle Ärzte. Das hat sich nun durchgesetzt.

Die dermatologischen Verbände verlangen bereits seit Jahren, die Anwendung dieser Geräte nur entsprechend ausgebildeten Fachärzten zu erlauben. Auch die Bundes­ärzte­kammer hatte sich vehement dafür eingesetzt, im Sinne der Patientensicherheit bestehende Regelungslücken zu schließen.

Die Modernisierung des Strahlenschutzrechts führt auf mehr als 500 Seiten zahlreiche Neuerungen in 19 Verordnungen ein und betrifft vor allem den Arbeitsschutz und den medizinischen Strahlenschutz, außerdem Maßnahmen zum allgemeinen Schutz der Bevölkerung vor künstlichen oder natürlichen Strahlen – wie zum Beispiel durch das Edelgas Radon, das als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs gilt.

Der überwiegende Teil der Verordnung soll zum 31. Dezember 2018 gelten. Sofern die Bundesregierung alle Vorgaben des Bundesrates umsetzt, kann sie die Verordnung verkünden und damit in Kraft setzen. © dpa/may/aerzteblatt.de

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Avatar #110206
kairoprax
am Samstag, 20. Oktober 2018, 11:05

was ist gefährlicher, das Tätowieren oder das Entfernen der Tattoos?

Seit Ewigkeiten wird die Meinung vertreten, Tattoos seien gefährlich wegen der Giftigkeit der Farben oder wegen der psychischen Belastung, ein Tattoo zu besitzen, das man nicht mehr habven möchte.

In diesem Gemenge hat sich eine neue Verdienstquelle in der Laserentfernung aufgetan, an der Heilpraktiker und Kosmetikerinnen genauso verdienen wie IGeL.

Es gibt keine wirklich belastbaren Untersuchungen, die belegen, daß die Farbpigmente derart gefährlich sind, daß man sie (und das Tätowieren) verbieten müßte. Allerdings gibt es sehr deutliche Hinweise auf schwere Schäden nach Laserung.

Ist das allerdings eine Begründung oder ein Argument, die Laserbehandlung ausschließlich in ärztliche Hände zu legen?
Laserschäden sind Spätschäden, und es ist nicht so, daß sie iatrogen seltener auftreten als sonst. Es ist wohl eher der TÜV oder die DEKRA gefragt, die die Laserstrahler technisch kontrollieren.

Allein die eine Entscheidung ist richtig, daß man, wenn schon, dann alle Ärzte mit Lasererfahrung behandeln läßt, nicht allein die Dermatologen, und - bei aller Kolleghialität - erst recht nicht allein die Chirurgen.
LNS

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