NewsÄrzteschaftRegelindikationen psychiatrischer häuslicher Krankenpflege erweitert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Regelindikationen psychiatrischer häuslicher Krankenpflege erweitert

Freitag, 19. Oktober 2018

/dpa

Berlin – Ärzte können eine psychiatrische häusliche Krankenpflege künftig auch bei posttraumatischen Belastungsstörungen, schweren psychischen Verhaltensstörungen im Wochenbett und weiteren Erkrankungen verordnen. Dafür hat der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) die Liste der Regelindikationen erweitert und Kriterien festgelegt, in welchen Fällen eine Verordnung darüber hinaus möglich ist.

Grundsätzlich ist die psychiatrische häusliche Krankenpflege indiziert, wenn die Patienten das Leben im Alltag nicht mehr selbstständig bewältigt können. Bei bestimmten Indikationen – den „Regelindikationen“ – besteht grundsätzlich Anspruch auf psychiatrische häusliche Krankenpflege.

Anzeige

Außerdem hat der G-BA eine Öffnungsklausel beschlossen: Neben den Regelindikationen dürfen Ärzte psychiatrische häusliche Krankenpflege künftig auch bei allen anderen Diagnosen aus dem Indikationsbereich F00 bis F99 verordnen, wenn die Patienten ihr Leben im Alltag nicht mehr selbständig bewältigen können und die Aussicht besteht, dass die Pflege die Störung positiv beeinflussen kann. Außerdem muss absehbar sein, dass die psychiatrische häusliche Krankenpflege dazubeitragen kann, dass der Patient das Leben im Alltag selbstständig bewältigen und koordinieren sowie Therapiemaßnahmen in Anspruch nehmen kann.

Zur Verordnung müssen Ärzte künftig die GAF-Skala anwenden. Diese „Global Assessment of Functioning Scale“ (GAF-Skala) ist eine international anerkannte Klassifikation zur Beschreibung der psychischen, sozialen und beruflichen Funktionen von psychisch erkrankten Menschen. Die Verordnung der Krankenpflege kann aufgrund von Regelindikationen künftig nur erfolgen, wenn ein GAF-Wert kleiner oder gleich 50 vorliegt. Für eine Verordnung aufgrund einer Erkrankung, die unter die Öffnungsklausel fällt, muss ein GAF-Wert kleiner oder gleich 40 vorliegen.

Der Beschluss ist Mitte Oktober in Kraft getreten. Der Bewertungsausschuss hat jetzt sechs Monate Zeit, die Vergütung zu überprüfen und anzupassen. Erst dann kommen die neuen Regelungen zur Verordnung psychiatrischer häuslicher Krankenpflege zur Anwendung.

© hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. August 2019
Berlin – Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) hat angesichts zehntausender fehlender Pflegestellen vorgeschlagen, dass der Staat pflegende Angehörige für ihre Arbeit bezahlt.
Familienpflegegeld für pflegende Angehörige in der Diskussion
15. August 2019
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat die Vorgaben zur Versorgung von Patienten mit chronischen und schwer heilenden Wunden im Bereich der häuslichen Krankenpflege erweitert. Künftig soll
Neue Regeln für die Wundversorgung in der häuslichen Krankenpflege
5. Juli 2019
Berlin – Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, will Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen mehr Unterstützung zukommen lassen. Er präsentierte heute ein Konzept für den
Pflege-Ko-Pilot soll häusliche Pflege stärken
26. März 2019
Darmstadt – In Ausnahmefällen kann die Blutzuckermessung als häusliche Krankenpflege auch bei konventioneller Insulintherapie und über längere Zeiträume verordnet werden. Das hat der 8. Senat des
Kassen müssen Blutzuckermessung als häusliche Krankenpflege bezahlen
18. März 2019
Kassel – Bei der häuslichen Intensivpflege von unheilbar kranken Kindern verschärft sich der Mangel an Pflegekräften. Die Ursache sei eine im Januar in Kraft getretene Regelung, sagte Markus Behrendt,
Gesetz verschärft Personalnot bei Pflege schwerkranker Kinder
28. Februar 2019
Mainz – Der Staat lässt Familien allein, die Pflegebedürftige betreuen und diese nicht an eine stationäre Einrichtung vermitteln wollen. Die Familien suchen daher zunehmend nach Auswegen und greifen
In Deutschland fehlen Strukturen für verlässliche Betreuung von Pflegebedürftigen in der Familie
19. Februar 2019
Hannover – Auf den Mangel an Pflegekräften, die Familien mit Pflegekräften unterstützen, hat die Landespflegekammer Niedersachsen hingewiesen. Insbesondere in der häuslichen Versorgung griffen heute
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER