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Medizin

E-Zigaretten könnten Wundheilung behindern

Montag, 22. Oktober 2018

/dpa

Newark/New Jersey und Boston – Störungen der Wundheilung, eine bekannte Komplikation des Tabakrauchens, sind nach tierexperimentellen Studien in JAMA Facial Plastic Surgery (2018; doi: 10.1001/jamafacial.2018.1179) auch bei Konsumenten von E-Zigaretten zu befürchten.

Wundheilungsstörungen können nach plastischen Operationen das Operationsergebnis gefährden. Die Chirurgen raten den Patienten deshalb, vor einem geplanten Eingriff auf das Rauchen zu verzichten. Bislang war unklar, ob E-Zigaretten ebenfalls zu Problemen führen können. Dies ist nicht ausgeschlossen, weil die Wundheilungsstörungen nicht allein auf die Schadstoffe im Tabakrauch zurückgeführt werden, sondern auch auf die gefäßverengende Wirkung des Nikotins.

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Inzwischen gibt es erste Fallberichte von schweren Wundheilungsstörungen. An einer Klinik in Chicago scheiterte bei einer 51-jährigen Exraucherin (25 Packungsjahre), die auf E-Zigaretten umgestiegen war, eine beidseitige Brustrekonstruktion nach Mastektomie. In beiden Hautlappen kam es zu ausgedehnten Nekrosen (Archives of Plastic Surgery 2017; 44: 477-481).

Ein Team um Jeffrey Spiegel von der Boston University School of Medicine hat den Einfluss des Nikotin-„Dampfens“ an Ratten untersucht: Die Tiere verbrachten über 30 Tage jeweils 30 Minuten täglich in einem Spezialkäfig, wo sie dem Rauch von Tabak oder dem Dampf einer E-Zigarette ausgesetzt waren. Danach wurde auf dem rasierten Rücken der Tiere eine 3 mal 9 Zentimeter große Lappenplastik durchgeführt. Dieses Transplantat besitzt keinen Gefäßanschluss, es muss selbstständig mit dem Unterhautgewebe verwachsen, was angesichts der Größe auch bei gesunden Tieren häufig zu Komplikationen führt.

In der Kontrollgruppe, die weder Tabakrauch noch dem Dampf der E-Zigaretten ausgesetzt war, kam es auf 50,8 % der Fläche zu einer Nekrose der Lappenplastik. Bei den mit Nikotindampf exponierten Tieren waren 65,9 % der Lappenplastik abgestorben, bei den mit Tabakrauch exponierten Tieren waren es 68,7 %.

Die Ausdehnung der Nekrose war in beiden exponierten Gruppen signifikant größer als in der Kontrollgruppe. Zwischen Tabakrauch und Nikotindampf gab es dagegen keine signifikanten Unterschiede. Für Spiegel stellen deshalb E-Zigaretten ein gleich großes Risiko dar wie konventionelle Tabakzigaretten. Vor einer plastischen Operation sollten Patienten daher dringend zur Abstinenz auch von E-Zigaretten geraten werden.

© rme/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Samstag, 27. Oktober 2018, 20:52

Ein Einzelfall

reicht da sicher nicht aus... fehlerhafte OP-Technik, zu große Implantate, zuviel Spannung auf dem Hautmantel, ... die Folgen von 25 Jahren inhalativem Rauchen... aber nein, die E-Zigarette ist schuld...
Avatar #731292
cis2000
am Freitag, 26. Oktober 2018, 23:50

In einer Klinik in Chicago scheiterte bei einer 51-jährigen Exraucherin (25 Packungsjahre), die auf E-Zigaretten umgestiegen war, eine beidseitige Brustrekonstruktion nach Mastektomie.

Bislang war unklar, ob E-Zigaretten ebenfalls zu Problemen führen können. Dies ist nicht ausgeschlossen, weil die Wundheilungsstörungen nicht allein auf die Schadstoffe im Tabakrauch zurückgeführt werden, sondern auch auf die gefäßverengende Wirkung des Nikotins. Bei mir sind die Gefäße ganz eng geworden seitdem ich E-Zigaretten konsumiere.
LNS

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