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Fachgesellschaft betont Bedeutung der minimalinvasiven Glaukomchirurgie

Montag, 22. Oktober 2018

/dpa

Düsseldorf – Der Rückruf eines Implantatsystems für die minimalinvasive Chirurgie eines Glaukoms bedeutet nicht, dass dieses Verfahren zur Behandlung des erhöhten Augeninnendruckes grundsätzlich untauglich ist. Das betonte die Deutschsprachige Gesellschaft für Intraokularlinsen-Implantation, Interventionelle und Refraktive Chirurgie (DGII) nach dem Rückruf eines Implantatsystems namens Cypass-Microstent durch die Novartistochter Alcon.

„Die DGII sieht in der minimal-invasiven Glaukomchirurgie großes Potenzial aufgrund der sehr geringen Invasivität, niedriger Komplikationswahrscheinlichkeit und ambulanter Durchführbarkeit“, heißt es in einer Stellungnahme der Fachgesellschaft zu dem Rückruf. Allerdings müsse das Verfahren sein Potenzial weiter ausbauen. Die unterschiedlichen Verfahren müssten sich nicht nur in puncto Effektivität, sondern vor allem auch in puncto Sicherheit bewähren, so die DGII.

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Neue Behandlungsoption

In den vergangenen Jahren hat sich die  minimalinvasive Glaukomchirurgie laut Fachgesellschaft als eine neue vielversprechende Option in der Therapie des Glaukoms erwiesen, die vielen Patienten zugute komme, für die bislang keine wirklich adäquate Behandlungsoption bestand. Im Augenblick gibt es laut DGII rund ein halbes Dutzend verschiedener Implantate mit unterschiedlicher Wirkungsweise auf dem Markt. Bei den jetzt zurückgerufenen System wurde das Kammerwasser in den suprachoroidalen Raum abgeleitet.

Die Novartistochter Alcon hatte den Cypass-Microstent am 29. August diesen Jahres weltweit vom Markt genommen. „Darüber hinaus empfiehlt Alcon Chirurgen, die weitere Implantation mit dem CyPass Micro-Stent unverzüglich einzustellen und unbenutzte Geräte an Alcon zurückzusenden“, teilte das Unternehmen mit. Diese Entscheidung und die entsprechende Empfehlung basierten auf einer Analyse von fünfjährigen postoperativen Daten aus der Langzeitsicherheitsstudie COMPASS-XT.

Danach erlebte die Cypass-Micro-Stent-Gruppe einen statistisch signifikanten Endothelzellverlust im Vergleich zu der Gruppe, die sich allein einer Kataraktoperation unterzog. „Obwohl wir das Produkt jetzt aus Vorsicht vom Markt nehmen, beabsichtigen wir, mit der FDA und anderen Aufsichtsbehörden zusammenzuarbeiten, um Änderungen bei der Kennzeichnung zu prüfen, die die Wiedereinführung des CyPass Micro-Stent in der Zukunft unterstützen würden“, sagte Stephen Lane, Chief Medical Officer von Alcon Ende August.

© hil/aerzteblatt.de

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