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Ausland

Niger kündigt Entschädigung für Fluorid-Opfer an

Montag, 22. Oktober 2018

/Riccardo Niels Mayer, stock.adobe.com

Niamey – Knapp 20 Jahre nach ersten Enthüllungen und drei Jahre nach einem entsprechenden Gerichtsurteil hat sich die Regierung des Niger zur Entschädigung von Hunderten Bürgern bereit erklärt, die als Kinder wegen zu hoher Fluoridwerte im Trinkwasser bleibende Schäden davongetragen haben.

Insgesamt sollen den Betroffenen in der Gemeinde Tibiri umgerechnet rund drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden, teilte Finanzminister Hassoumi Massoudou heute dem Parlament in Niamey mit. „Wir werden zahlen. Es gibt keinen Grund, warum die Regierung dem Urteil nicht folgen sollte“, sagte Massoudou. Wann die Entschädigungen gezahlt werden, ließ er jedoch offen.

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Die Menschenrechtsvereinigung des westafrikanischen Staats (ANDDH) hatte den Skandal im Jahr 2000 ans Licht gebracht, nachdem Ärzte in der ländlichen Gemeinde wegen der vielen Missbildungen bei Kindern zwischen 15 Monaten und 15 Jahren Alarm geschlagen hatten. Unter anderem waren ihre Schädel zu groß, die Kinder litten an Krämpfen und chronischen Schmerzen, ihre Knochen waren deformiert oder brachen rasch, und ihre Zähne waren verfärbt.

Internationale Messungen ergaben einen deutlich erhöhten Fuoridanteil im Trinkwasser der staatlichen Wasserbetriebe SNE: Dieser überschritt zwischen 1985 und 2000 die von der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO festgelegte Höchstgrenze um das Vierfache. Nach Schätzungen der örtlichen Gesundheitsbehörden waren damals fast 5.000 Kinder und Jugendliche betroffen. 2001 wurde SNE vom französischen Vivendi-Konzern übernommen. © afp/aerzteblatt.de

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Dr. Marlis Rahe
am Montag, 22. Oktober 2018, 21:03

Niger kündigt Entschädigung für Fluorid-Opfer an

In den 1970er Jahren arbeitete ich als Missionsärztin in Tanzania am Abhang des Meruberges, ca. 80 km westlich des Kilimanjaro.
In der Steppe, östlich des Meru, heißt ein Ort "Maji ya Chai", was "Teewasser" bedeutet. Dort sei sehr viel Fluorid im Wasser. Es gibt dort nur Quellen und Brunnen, keine "offizielle" Wasserversorgung.
Ich sah Patienten von dort mit braunen, brüchigen Zähnen und verbogenen Knochen. Ich erinnere mich an einen Mann, der ein ausgeprägtes X-Bein auf der einen Seite und ein halbes O-Bein auf der anderen Seite, so dass die Beine wie zwei Klammern )) aussahen.
LNS

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