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Politik

Krebserkrankungen steigern Armutsrisiko deutlich

Montag, 22. Oktober 2018

/dpa

Hamburg – Die wirtschaftliche Situation von Krebskranken verschlechtert sich in den Jahren nach der Diagnose im Schnitt deutlich. Das berichten Wissenschaftler der Hamburger Fern-Hochschule (HFH) um Stefan Dietsche. Für die vom Institut für Angewandte Forschung Berlin finanzierte Studie namens „Krebs und Armut“ haben die Forscher 322 Krebspatienten befragt und Routinedaten von 3.272 erkrankten Versicherten der AOK Nordost ausgewertet.

Ein Drittel der Befragten war drei Jahre nach der Krebsdiagnose nicht mehr berufstätig, obwohl alle in die Studie eingeschlossenen Personen noch im erwerbsfähigen Alter waren. Bei denjenigen, die trotz Erkrankung weiterhin berufstätig blieben, verringerte sich das durchschnittliche Einkommen. Als Hauptgrund für die veränderte Erwerbs­situation gaben die Betroffenen einen Rückgang der Leistungsfähigkeit an.

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Hohe wirtschaftliche Einbußen

„Mit dem Projekt konnten wir zeigen, dass die wirtschaftliche Situation in den Jahren nach der Erkrankung deutlich schwieriger wird“, fasste Dietsche zusammen. Dabei seien die finanziellen Einschränkungen bei einem Großteil gravierend. So wurde in der Studie deutlich, dass die Erkrankten nicht nur deutlich weniger Geld für Freizeit, Unterhaltung oder Genussmittel ausgaben, sondern dass die Einschränkungen auch Grundbedürfnisse wie Ernährung, Bekleidung oder die finanzielle Absicherung betrafen.

Zudem legt die Studie nahe, dass die Beratung der Betroffenen oft nicht ausreichend ist und diese nicht wissen, welche Leistungen ihnen zustehen. 57 Prozent der Studienteilnehmer fühlten sich nur unzureichend darüber informiert.

Die den Patienten zur Verfügung stehenden Informationen über Unterstützungs­optionen hängt laut der Studie mit dem Ausmaß der gemeldeten Einschränkungen nach der Erkrankung zusammen sowie mit dem sozioökonomischen Status der Patienten. Patienten mit höherem Einkommen vor Krankheit sind laut der Studie besser über Fördermöglichkeiten informiert. © hil/aerzteblatt.de

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