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Medizin

Denguefieber in Frankreich und Spanien

Mittwoch, 24. Oktober 2018

Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) /dpa

Stockholm – In Südfrankreich und Andalusien sind in den letzen Wochen 9 Menschen am Denguefieber erkrankt, die zuvor nicht die Endemiegebiete in Südamerika, Afrika und Südasien bereist hatten. Die Gesundheitsbehörden gehen deshalb von einer autochthonen Übertragung durch einheimische Mücken aus. Weitere Fälle sind bis November (Südfrankreich) und Dezember (Andalusien) möglich.

Das Denguefieber, das vor 1970 nur in 9 Ländern endemisch war, hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet. Die Welt­gesund­heits­organi­sation geht mittlerweile von jährlich 390 Millionen Infektionen in 128 Ländern aus, von denen 96 Millionen zum Denguefieber führen. Auch die Zahl der Touristen, die nach ihrer Rückkehr erkranken, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In Deutschland kommt es mittlerweile zu etwa 1.000 Erkrankungen pro Jahr.

Die Gefahr einer Einschleppung der Viren bestand lange Zeit nicht, da die Überträger, die Gelbfiebermücke, Aedes aegypti, in Europa nicht vorkommt. In den letzten Jahren ist jedoch ein Verwandter, die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), in der Mittelmeerregion heimisch geworden. Damit werden auch autochthone Übertragungen möglich. In Frankreich hat es in den Jahren 2010, 2013, 2014 und 2015 vereinzelte Fälle gegeben.

Die französischen Behörden waren deshalb nicht völlig überrascht, als das Virus am 4. Oktober in einem Labor in Montpellier nachgewiesen wurde. Die Probe stammte von einem Patienten aus Saint Laurent du Var, der Mitte September erkrankt war, zuvor das Land jedoch nicht verlassen hatte. Eine am 8./9. Oktober durchgeführte Haus-zu-Haus-Untersuchung führte in einem Umkreis von 50 Metern von der Wohnung des Indexfalls zur Diagnose von 4 weiteren Fällen. Die Symptome der 5 in Saint-Laurent du Var festgestellten Fälle reichten vom 3. September bis zum 3. Oktober.

Am 10. Oktober wurde dann in Montpellier selbst noch eine Erkrankung diagnostiziert. Da es keine Kontakte mit dem Patienten im 270 Kilometern entfernen Saint Laurent gab, gehen die Behörden von einer eigenständigen authochtonen Infektion aus. Die Behörden rechnen mit weiteren Erkrankungen, da Aedes albopictus noch bis Ende November aktiv sein kann.

In Spanien ist es ab dem 4. Oktober zu 3 nachgewiesenen Denguefällen gekommen. Alle 3 Fälle traten in einer Familie aus Andalusien auf, die beim Ausbruch der Erkrankung in der Region Cadiz Urlaub machte. Die Behörden vermuten, dass sie dort infiziert wurden. Für Spanien sind es die ersten autochthonen Dengueinfektionen – mit denen allerdings gerechnet werden musste. Aedes albopictus wurde in Spanien erstmals 2004 nachgewiesen und ist inzwischen in vielen Regionen endemisch. Die Mücke ist in der Region bis in den Dezember aktiv, sodass die spanischen Behörden weitere Infektionen für möglich halten. © rme/aerzteblatt.de

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