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Medizinische Hochschule Hannover fordert bessere Arbeitsbedingungen für Intensivpfleger

Mittwoch, 24. Oktober 2018

/dpa

Hannover – Attraktivere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte insbesondere in der Intensiv- und Kinderpflege fordert die Medizinische Hochschule Hannover (MHH). „Wir könnten auf der Station 67 für Kinderintensivpflege sofort mehr als sieben Intensivpflegekräfte in Vollzeit anstellen, der Arbeitsmarkt ist aber vollständig leergefegt“, erläutert Iris Meyenburg-Altwarg, Geschäftsführerin Pflege der MHH. Der Mangel an qualifiziertem Intensivkrankenpflegepersonal sei aber kein alleiniges Problem der MHH, sondern betreffe alle Kliniken gleichermaßen, insbesondere bei der Kinderintensivpflege.

Eine Verbesserung der Arbeitssituation kann die MHH jetzt berichten: „Wir sind seit längerem mit dem Finanzministerium und unserem Aufsichtsministerium, dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur, in Gesprächen, um im Rahmen der tarifrechtlichen Möglichkeiten die Gewährung tariflicher Zulagen zu ermöglichen“, sagte der MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg. Nach einem Schreiben des Aufsichtsministerium darf die MHH jetzt rückwirkend vom 1. Oktober 2018 an bis zum 28. Februar 2019 allen Pflegekräften in den Bereichen Kinderintensivpflege und Anästhesie, Intensivpflege und Anästhesie sowie im Bereich Pflege im Operationsdienst mit abgeschlossener Pflegefachweiterbildung eine Zulage von bis zu 250 Euro pro Monat zahlen. Die MHH hofft, dass diese Regelungen bei den nächsten Tarifverhandlungen Anfang 2019 von den Tarifpartnern in den Tarifvertrag der Länder übernommen werden.

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Die MHH hat zudem mit dem Programm „Fit for Work and Life“ eine Initiative gestartet, die die Gesundheit und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten steigern soll. Sie hat zudem mittlerweile drei eigene Kindertagesstätten mit über 400 Betreuungsplätzen und Öffnungszeiten, die den Bedürfnissen der unterschiedlichen Berufsgruppen entsprechen. 

Fünf Botschaften sind der MHH besonders wichtig. „Die Pflegeberufe müssen gesellschaftlich gestärkt und deren Wertschätzung wiederhergestellt werden. Nur wenn es gelingt, den Pflegeberufen wieder ein positives Image zu geben, werden junge Menschen sich entschließen, diesen sinnstiftenden Berufsweg einzuschlagen“, sagte die Kinderintensivpflegekraft Hannah Tönsfeuerborn aus der MHH.

„Die Arbeitsbedingungen müssen sich verbessern, damit die Abwanderung von Pflegekräften in andere Berufsfelder gestoppt wird. Dazu gehört auch eine bessere Bezahlung dieser Berufsgruppe“, ergänzte Christiane Ganzer, Pflegeleitung auf der Station 67 – Kinderintensivpflege. „Die Bildungsakademien der Pflege müssen gefördert und optimal finanziell und materiell ausgestattet werden, um ein attraktives Ausbildungsangebot anbieten zu können“, betonte Meyenburg-Altwarg, Geschäftsführerin Pflege.

„Der Pflegenotstand sollte nicht parteipolitisch ausgeschlachtet werden, denn es handelt sich um ein gesamtgesellschaftliches Problem“, sagt Michael Sasse, der Leiter der Kinderintensivmedizin der MHH.

„Kliniken, Fachgesellschaften, Tarifpartner und Institutionen müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um den Pflegenotstand in den Griff zu bekommen, den es überall in Deutschland in allen Bereichen der Pflege gibt“, betont Tecklenburg. © hil/aerzteblatt.de

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