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Ärzteschaft

KV Niedersachsen warnt vor Praxisschließungen älterer Ärzte

Mittwoch, 24. Oktober 2018

/dpa

Hannover – Vor einer massenweisen Schließung von Praxen älterer Ärzte und daraus resultierenden Versorgungsengpässen warnt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Niedersachsen. „Die aufwendige Umstellung auf die neue Tele­ma­tik­infra­struk­tur und die geplanten Vorgaben aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz verleiden vielen älteren Ärzten die Weiterarbeit in der Praxis“, sagte Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der KV.

Es sei „völlig kontraproduktiv“, etwa mit der Erhöhung von Mindestsprechstundenzeiten oder der Vorgabe von offenen Sprechstunden gesetzgeberisch in den Praxisablauf einzugreifen. Die Politik wäre laut dem KV-Chef besser beraten, den Ärzten Vertrauen zu schenken und sie ihre Angelegenheiten selbst regeln zu lassen, so Barjenbruch. Die aktuelle Gesetzgebung setzte gerade die ältere Ärztegeneration unter Druck. 

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Laut der KV sind in Niedersachsen 1.193 Kassenärzte älter als 65 Jahre. Das entspricht 10,2 Prozent. Weitere 18,6 Prozent sind zwischen 60 und 65 Jahre. Somit zähle fast jeder dritte Arzt in der ambulanten Versorgung zur Ü60-Generation. Das Durchschnittsalter der rund 12.000 Kassenärzte im Land liege bei 54,1 Jahre.

„Wir sind froh, wenn ein Arzt über das 65. Lebensjahr hinaus weiterarbeitet. Sonst hätte die Bevölkerung in manchen Bereichen in Niedersachsen gar keine Versorgung mehr. Ältere Ärzte, die Wissen und Erfahrung angesammelt haben, sind ein unschätzbares Kapital – und dieses sollte man wertschätzen“, so Barjenbruch. Mische sich der Staat auch weiterhin massiv in die Praxisorganisation ein, drohe „der Exodus der älteren Ärzte“, sagte Barjenbruch. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 25. Oktober 2018, 11:42

Bitte, bitte! Lasst sie doch machen.

Ist es nicht ein Witz, dass gerade eine KV davor warnt, dass es zu Versorgungsengpässen kommt, wenn die Generation der Ü60-Ärzte lieber in Rente geht als sich den Drangsalierungen der Politik (TSVG, TI, elektronische Akte) UND der KV (Regresse, Honorarkürzungen, Fallzahlbeschränkungen, ausufernde Regelwerke) zu unterwerfen?

Klar, die Drangsalierungen durch eine KV gibt es schon seit vielen Jahren, die Ärzte haben sich damit abgefunden. Denn "unterm Strich" war es noch erträglich. Mit all dem, was der Gesetzgeber jetzt vorhat, wird die Situation für die allermeisten unerträglich. Wer gehen kann, geht. Insbesondere die Generation Ü60 kann gehen.

Wenn es die Politik nicht verstehen will, dass sie eine völlig kontraproduktive Strategie verfolgt - dann lasst sie doch einfach machen. Sind erst einmal 30% aller Ärzte von jetzt auf gleich nicht mehr vertragsärztlich tätig, werden selbst die dümmsten Politiker feststellen, dass das mit dem TSVG, der TI oder der elektronischen Akte wohl keine so gute Idee war.

Insofern: Nur zu.
LNS

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