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Pflegepersonal­untergrenzen in der Intensivmedizin bezeichnen nur die Mindestausstattung

Mittwoch, 24. Oktober 2018

/dpa

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfall­medizin (DGIIN) hat die politische Initiative für  Pflegepersonaluntergrenzen in der Intensivmedizin grundsätzlich begrüßt, weist aber darauf hin, dass es sich dabei lediglich um Mindeststandards handle. Darüber hinaus seien weitere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen der Pflegenden notwendig, um den fortschreitenden Personalmangel aufzuhalten und weiterhin eine hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten, so die Fachgesellschaft.  

Das Bundesministerium für Gesundheit hatte in diesem Herbst Pflegepersonal­untergrenzen für verschiedene Bereiche festgelegt. Für Intensivstationen gilt demnach ab 2019, dass in der Tagesschicht eine Pflegekraft höchstens 2,5 Patienten und in der Nachtschicht 3,5 Patienten betreuen darf. Ab 2021 soll es ein Verhältnis Patient zu Pflegekraft von 2 zu 1 (Tag) und 3 zu 1 (Nacht) geben. „Wir sehen hier die Gefahr, dass dieses Verhältnis als allgemeiner Betreuungsschlüssel und nicht als Mindestvorgabe missbraucht wird. Zudem ist dieser Schlüssel für die Betreuung schwerstkranker Patienten aus qualitativer Sicht inadäquat“, sagte Reimer Riessen, Leiter der Internistischen Intensivstation des Tübinger Universitätsklinikums und Past Präsident der DGIIN.

Im schlimmsten Fall kann die Gesetzgebung zu Personalabbau führen

Die durchschnittliche Besetzung der Intensivstationen mit Pflegepersonal liegt nach einer Umfrage der DGIIN sogar über der nun gesetzten Mindestgrenze, womit nach Ansicht der Fachgesellschaft im schlimmsten Fall ein Anreiz zum weiteren Personalabbau gesetzt werde. „Um eine ausreichende intensivmedizinische Versorgung zu gewährleisten, appellieren wir an alle Krankenhäuser mit Intensivstationen, keinen Personalabbau zu betreiben und den Pflegeschlüssel freiwillig bei einem Pflegenden auf zwei Patienten am Tag und bei einem Verhältnis von 1 zu 2,5 in der Nacht festzulegen“, betonte Christian Karagiannidis, leitender Oberarzt an der Lungenklinik Köln-Merheim und Präsident elect der DGIIN. 

Laut der Fachgesellschaft müssen auf rund drei Vierteln der deutschen Intensiv­stationen vermehrt Betten gesperrt werden, in 22 Prozent der Fälle sogar täglich. „Wir fordern die Krankenhäuser und die Politik auf, Ausbildungskapazitäten maximal zu steigern und vollständig zu refinanzieren“, so Karagiannidis. © hil/aerzteblatt.de

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