NewsÄrzteschaftRauchverbot in Autos mit Kindern: Bundes­ärzte­kammer unterstützt Beschluss der Länder
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Rauchverbot in Autos mit Kindern: Bundes­ärzte­kammer unterstützt Beschluss der Länder

Donnerstag, 25. Oktober 2018

/Matthias, stockadobecom

Berlin – Der Vorstoß der Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz der Länder (GMK), die sich in einem Umlaufbeschluss für ein bundesweites Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen und Schwangeren ausgesprochen haben, stößt auf Zustimmung in der Ärzteschaft und bei anderen Akteuren.

„Zigarettenrauch gehört nicht in Kinderlungen“, sagte Rudolf Henke, Vorstandsmitglied der Bundes­ärzte­kammer (BÄK). Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter setzten mit ihrer Forderung nach einem Rauchverbot im Auto parteiübergreifend ein wichtiges Signal. Nun sei die Bundesregierung am Zug. „Wenn sie das Verbot zügig umsetzt, sind Ungeborene und Kinder besser als heute vor den schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden durch Passivrauchen geschützt“, erklärte Henke, der sich zugleich erneut für ein Verbot von Außen- und Kinowerbung für Tabakprodukte aussprach. Auch der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt hatte sich für ein entsprechendes Rauchverbot in Autos stark gemacht.

Anzeige

Das Deutsche Kinderhilfswerk betonte, Appelle alleine reichten nicht aus, es brauche gesetzliche Regelungen. Die Kinderrechtsorganisation habe im vergangenen Jahr eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung vorgeschlagen, um Kinder und Jugendliche auch in diesem Bereich vor den Gefahren des Passivrauchens zu schützen.

In vielen europäischen Ländern wie Frankreich, Finnland, Großbritannien, Italien und Österreich sei der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakqualm in Fahrzeugen bereits gesetzlich geregelt. Studien in Kanada, wo es in weiten Teilen des Landes bereits seit längerer Zeit ein entsprechendes gesetzliches Rauchverbot gebe, hätten gezeigt, dass das Rauchen in Autos in Anwesenheit von Kindern dadurch deutlich abgenommen habe.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hatte kürzlich auf die Gefahren durch Passivrauchen in Autos hingewiesen. Schon bei drei oder vier konventionellen Zigaretten sei die Luft „so kontaminiert wie in einer Raucherkneipe“. Auch bei Elektrozigaretten sei die Luft mit Aerosolen belastet, die Atemwege gerade von Kindern angreifen.

Mortler will sich ebenfalls für einen neuen Anlauf für ein Verbot der Zigaretten­werbung auf Plakaten und im Kino starkmachen. In der vergangenen Wahlperiode hatte sich das Kabinett auf einen Entwurf geeinigt. Das Gesetz wurde aber nie beschlossen. Vor allem die Unionsfraktion sperrte sich dagegen. © may/dpa/kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #731292
cis2000
am Freitag, 26. Oktober 2018, 23:26

Auch bei Elektrozigaretten sei die Luft mit Aerosolen belastet, die Atemwege gerade von Kindern angreifen.

Aerosole entstehen auch im Bad. Luft welche mit Duftstoffen (Aromen) belastet ist.
MfG
LNS

Nachrichten zum Thema

17. April 2019
Augsburg – Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) dringt auf einen schnellen neuen Anlauf für ein umfassendes Verbot der Plakatwerbung für Tabakwaren und E-Zigaretten in Deutschland. „Die
Drogenbeauftragte dringt auf Gesetz gegen Tabakwerbung
11. April 2019
Washington – Die Emissionen von Stickstoffdioxid (NO2), die bis zu 80 Prozent im Straßenverkehr entstehen, sind jährlich für etwa vier Millionen Neuerkrankungen am Asthma bronchiale bei Kindern
Straßenverkehr weltweit für Millionen von Asthmaerkrankungen bei Kindern verantwortlich
9. April 2019
Boston – Erhöhter Stress von jungen Müttern kann Spuren im Gehirn der Säuglinge hinterlassen, die in einer Studie in JAMA Pediatrics (2019; doi: 10.1001/jamapediatrics.2019.0492) im
EEG: Mütterlicher Stress toxisch für die Hirnentwicklung des Säuglings
5. April 2019
Bonn – Eine zentrale Anlaufstelle für Kinder mit einer bisher nicht diagnostizierten Erkrankung und ihre Eltern hat das Universitätsklinikum Bonn eingerichtet. Das Zentrum für Seltene Erkrankungen
Neue Anlaufstelle für Kinder mit unklarer Diagnose in Bonn
3. April 2019
Berlin – Die Betreuung von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs in Deutschland ist unzureichend. Zu diesem Fazit kommt die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs heute bei
Betreuung von Opfern sexuellen Kindesmissbrauchs unzureichend
2. April 2019
Düsseldorf – Mit einem Beratungszentrum will Nordrhein-Westfalen (NRW) den Kinderschutz im Gesundheitswesen stärken. Ab Mai soll das neue Kompetenzzentrum Ärzten helfen, Verdachtsfälle von
Nordrhein-Westfalen schafft ärztliches Beratungszentrum gegen Kindesmisshandlung
2. April 2019
Hamburg – Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat einen Leitfaden zum Umgang mit Infektionskrankheiten in Kindertagesstätten vorgelegt. Der Leitfaden solle Fachkräften in Kitas Sicherheit geben und
LNS LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER