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Patienten mit Knie-Endoprothese im Schnitt schwerer als Patienten mit Hüft-TEP

Donnerstag, 25. Oktober 2018

Foto: M.Dörr & M.Frommherz/stock.adobe.com

Berlin – Patienten, die eine Knie-Endoprothese benötigen, haben im Median einen um fast drei Punkte höheren Body-Mass-Index (BMI), als Patienten, die ein künstliches Hüftgelenk erhalten – bei letzteren liegt der BMI im Median bei 27 Punkten. Das geht aus dem soeben erschienenen Jahresbericht 2017 des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) hervor. „Dies entspricht einem deutlichen Gewichtsunterschied und stützt daher die bekannte Assoziation von starkem Übergewicht und Entwicklung des Kniegelenksverschleißes“, erläutern die Autoren des Jahresberichtes

Das Register soll dazu beitragen, die Endoprothesenversorgung in Deutschland zu verbessern. Dazu haben im vergangenen Jahr 706 Kliniken in Deutschland Daten an das Register übermittelt. Mit annähernd 283.000 dokumentierten Operationen betrug die Erfassungsrate für 2017 etwa 63 Prozent aller in Deutschland durchgeführten endoprothetischen Eingriffe an Knie und Hüfte.

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Gesetzlich verpflichtende Teilnahme am Endoprothesenregister notwendig

Während bei den Kliniken mit mehr als 500 Behandlungen pro Jahr mehr als 90 Prozent beim EPRD registriert sind, sind es bei den Kliniken mit 100 oder weniger Versorgungen pro Jahr hingegen nur etwa zehn Prozent. „Aus Sicht des Registers wird daher nur eine gesetzlich verpflichtende Teilnahme dazu führen, dass es in Deutschland zu einer vollständigen Erfassung und Nachverfolgung von endoprothetischen Eingriffen kommen wird“, schreiben die Autoren. 

Den Schwerpunkt des Jahresberichts bildet die Untersuchung der Standzeiten verschie­dener endoprothetischer Versorgungsformen. Hier betrachten die Autoren erstmals Ergebnisse von Implantatsystemen innerhalb der ersten drei Jahre. Sie stellen für die einzelnen Systeme tabellarisch auf, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk in den ersten beiden Jahren nach dem Ersteingriff gewechselt werden muss. Auf eine Interpretation verzichten die Autoren bewusst, da Unterschiede nicht allein auf die verwendeten Implantatkomponenten, sondern auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen seien.

Auch wenn das EPRD nicht die Erfahrung einzelner Operateure messen kann, zeigt sich in dem Bericht, dass die Gesamterfahrung einer Klinik eine wesentliche Rolle für die Standzeiten spielt. Besonders deutlich tritt der Unterschied bei den unikondylären Knieversorgungen hervor.

Wechsel des Herstellers führt zu höherer Ausfallwahrscheinlichkeit 

Erfahrung ist laut dem Bericht allerdings nicht ausschließlich auf die Zahl der Eingriffe zu beziehen, die eine Klinik im Jahr vornimmt, sondern betrifft auch die verwendeten Implantate. Kliniken, die den Hersteller, über den sie ihre Implantatkomponenten beziehen, wechseln, weisen nach diesem Wechsel laut dem Register signifikant höhere Ausfallwahrscheinlichkeiten auf.

„Hintergrund könnte sein, dass der Wechsel der verwendeten Implantate von Operateuren und OP-Personal ein Umlernen erfordert und damit unmittelbar nach dem Wechsel ein zusätzliches Risiko für die Versorgung und damit den Patienten darstellen kann“, so die Autoren des Jahresberichtes. © hil/aerzteblatt.de

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