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Politik

Durchschnittlicher Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung abgesenkt

Freitag, 26. Oktober 2018

/dpa

Berlin – Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium hat den durchschnittlichen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) um 0,1 Prozentpunkte gesenkt. Nach der heute im Bundesanzeiger veröffentlichten Mitteilung beträgt der Zusatzbeitrag damit noch 0,9 Prozentpunkte vom Bruttolohn.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) begründete die Senkung mit der guten finanziellen Situation der Kassen. „Die Wirtschaft läuft gut. Daher geht es auch der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung so gut wie selten“, erklärte er. Davon sollten auch die Beitragszahler profitieren.

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Der Beitrag zur GKV besteht aus zwei Teilen. Derzeit liegt der allgemeine Beitragssatz bei 14,6 Prozent des Bruttolohns, der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,0 Prozentpunkten des Bruttolohns.

Je nach Finanzlage dürfen die Krankenkassen von diesem Durchschnittsbeitrag aber abweichen. Der Zusatzbeitrag war bisher von den Mitgliedern allein zu bezahlen, ab Januar soll er – so wie der fixe allgemeine Beitrag – wieder zur Hälfte von den Arbeitgebern getragen werden.

Spahn verwies auf Prognosen des Schätzerkreises zur Einnahmen- und Ausgaben­entwicklung der GKV vom 11. Oktober. Für das Jahr 2019 geht der Schätzerkreis von Einnahmen in Höhe von 231,1 Milliarden Euro aus. Dem werden die voraussichtlichen Ausgaben von 244,4 Milliarden Euro gegenübergestellt.

Durch den Zusatzbeitrag wird die Lücke gedeckt. Dem Schätzerkreis gehören Fachleute des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums, des Bundes­versicherungs­amtes sowie des GKV-Spitzenverbands an.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands ist noch offen, wie viele der Krankenkassen mit den 72 Millionen Versicherten vom Durchschnittsbeitrag nach oben oder unten abweichen werden. „Der rechnerische durchschnittliche Zusatzbeitragssatz ist eine wichtige kalkulatorische Größe“, sagte Sprecherin Ann Marini. In ihm zeige sich die insgesamt gute Finanzsituation der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung.

„Allerdings ist die konkrete Finanzsituation von Kasse zu Kasse doch recht unter­schiedlich“, fügte Marini hinzu. So hätten in diesem Jahr zahlreiche Krankenkassen ihren individuellen Zusatzbeitragssatz senken können, wovon 16,6 Millionen Krankenkassenmitglieder profitiert hätten. In den kommenden Wochen würden die Verwaltungsräte der Krankenkassen entscheiden, wie der tatsächliche Zusatz­beitragssatz im Einzelfall für das kommende Jahr ausfällt. © kna/afp/may/aerzteblatt.de

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