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Ärzteschaft

Unzufriedenheit von Klinikärzten steigt

Freitag, 26. Oktober 2018

/Jacob Lund, stockadobecom

München/Zürich – Klinikärzte in Deutschland und weiten Teilen Europas sind ausgesprochen unzufrieden mit Arbeitsbedingungen und Behandlungsqualität in ihren Krankenhäusern. Das hat eine Untersuchung der internationalen Managementberatung Bain & Company ermittelt. Demnach würde jeder dritte (35 Prozent) deutsche sowie jeder fünfte (20 Prozent) britische und italienische Mediziner seine Klinik Freunden und Verwandten nicht als Behandlungsort empfehlen.

„Der Stimmungsumschwung der Klinikärzte von schlecht zu miserabel ist frappierend", stellte Michael Kunst, Bain-Partner und Leiter der Praxisgruppe Gesundheitswesen in Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA), fest. Zwar seien diese auch bei der vergangenen Erhebung im Jahr 2016 unzufrieden mit dem Status quo gewesen.

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Allerdings hatten die Klinikärzte damals mit Arbeitserleichterung und höherer Versorgungsqualität durch neue Methoden wie der Digitalisierung der Patientendaten gerechnet. „2018 scheinen sie von diesem Ziel weiter entfernt zu sein denn je“, resümiert Kunst. So zeige die aktuelle Untersuchung, dass Krankenhäuser, Pharmaunternehmen und Medizintechnik­hersteller nach wie vor in einem überholten System arbeiten, das von Personalmangel, Budgetkürzungen und veralteten Geräten geprägt sei.

Laut Studie stagniert beispielsweise die Nutzung von Datenanalyse als klinisches Hilfsmittel für die Ärzte bei 45 Prozent. Dennoch sind 75 Prozent der Klinikärzte immer noch überzeugt davon, dass die Digitalisierung der Krankendaten in den kommenden drei bis fünf Jahren die Betreuung der Patienten verbessern wird – vorausgesetzt, die IT-Systeme sind sicher und gut gegen Cyberangriffe geschützt.

Neben unzureichenden Ressourcen sorgen sich die Krankenhausärzte um die Qualität der Informationen, die sie für medizinische Entscheidungen zur Verfügung haben. Mehr als 70 Prozent halten die Informationen der Pharmaunternehmen und Medizintechnik­hersteller für unzureichend. Zugleich kritisieren sie deren Schwächen in der Betreuung ihrer Klientel.

„Für Krankenhausbetreiber sollten unsere Studienergebnisse ein Weckruf sein", mahnt Bain-Experte Kunst. Es gelte schnell zu handeln und neue Ansätze in der Patienten­versorgung zu finden. Gelegenheiten für Krankenhäuser, Pharmakonzerne und Medizintechnikhersteller, die Situation im Gesundheitswesen zu verbessern, gebe es genug.

Um die Betreuungsqualität für Patienten nachhaltig zu steigern, sei allerdings ein ganzheitlicher Ansatz nötig. „Nur wenn alle Akteure im Gesundheitswesen zusammenarbeiten, wird ein neues Qualitätsniveau erreicht“, ist Kunst überzeugt. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #104741
urgestein
am Sonntag, 28. Oktober 2018, 12:59

Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hasr

Die genannte Unternehmensberatung hat diese Studie furchgeführt. Es sollte zur journalistischen Sorgfaltspflicht gehören, den Auftraggeber im Hintergrund und dessen Interessen zu nennen. Dass die Dugitalisierunf die Behandlung von Patienten verbesdert, glaubt nicht wirkluch jensnd ubd dass sie die Arbeirszufriedenheit von Ärztekönnen erhöht ist ausgemachter Unfug. Eines der Probleme ist für zunehmende Entfremdung der ärztlichen Arbeit und die wird durch viele Aspekte der Digitalisierung weiter befördert. Patient und Arzt sollen einer Maschine immer ähnlicher gemacht werden, damit sie digitalen Plattformen grosser Anbieter in ihre Wertschöpfungskette eingegliedert werden können.
LNS

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