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Medizin

Adipositas-Chirurgie könnte vor Endometriumkarzinom schützen

Montag, 29. Oktober 2018

/dpa

Nottingham – Eine bariatrische Operation ist nicht nur die derzeit effektivste Methode zur Gewichtsreduktion. Sie könnte Frauen auch vor der Entwicklung eines Endome­triumkarzinoms schützen, wie eine Studie im International Journal of Cancer (2018; doi: 10.1002/ijc.31913) zeigt.

Eine Adipositas ist der wichtigste Risikofaktor für das Endometriumkarzinom, das nicht zufällig in den letzten Jahrzehnten deutlich häufiger geworden ist. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass das Risiko auf Gebärmutterkrebs mit jedem Anstieg des BMI um 5 kg/m2 um 60 % ansteigt. Etwa 40 % aller Endometriumkarzinome werden auf die Adipositas zurückgeführt.

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Chirurgen am Manchester Royal Infirmary entschieden sich angesichts dieses hohen Risikos bei 72 Frauen, die mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 46,8 bis 56,9 kg/m2 als „super-adipös“ eingestuft wurden, während der bariatrischen Operation auch die Schleimhaut der Gebärmutter zu untersuchen. Bei 10 Frauen wurde prompt ein Endometriumkarzinom (4 Frauen) oder eine atypische endometriale Hyperplasie (6 Frauen) gefunden. 

Bei den 4 Frauen mit Endometriumkarzinom erfolgte sofort eine Hysterektomie. Bei den 6 Frauen mit atypischer endometrialer Hyperplasie wurde nach 2 Monaten eine Nachuntersuchung durchgeführt. Wie das Team um Emma Crosbie berichtet, waren die Läsionen bei 3 der 6 Frauen zu diesem Zeitpunkt komplett abgeheilt. Sie benötigten keine weitere Behandlung.

Die anderen 3 Frauen wurden mit einer Hormonspirale versorgt, die kontinuierlich Progesteron freisetzt. Bei 2 der 3 Frauen waren die Läsionen nach 6 Monaten komplett abgeheilt. Bei der 3. Frau wurde eine Hysterektomie durchgeführt.

Die 5 Frauen, die ihren Uterus behalten hatten, wurden in den folgenden 4 Jahren alle 6 Monate nachuntersucht. Bisher ist es laut Crosbie bei keiner einzigen zu einem Rezidiv der atypischen endometrialen Hyperplasie gekommen.

Die 62 Frauen, die (noch) keine Hyperplasie entwickelt hatten, wiesen teilweise andere Veränderungen auf, die das Risiko auf ein späteres Endometriumkarzinom erhöhen. Dazu gehörten eine vermehrte Expression der Proliferationsmarker Ki-67, pAKT und PTEN und die vermehrte Bildung von Rezeptoren für Östrogene und Progesteron, die ein Tumorwachstum fördern können. Auch diese Veränderungen entwickelten sich nach der Operation wieder zurück. 

Für Crosbie sind dies klare Hinweise, dass eine Adipositas-Chirurgie eine krebspräventive Wirkung haben kann. © rme/aerzteblatt.de

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