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Medizin

Zwischen zwei Schwangerschaften sollte auch bei älteren Frauen mindestens ein Jahr liegen

Dienstag, 30. Oktober 2018

/lolo, stock.adobe.com

Boston – Ein kurzer Abstand zwischen 2 Schwangerschaften kann bei Frauen über 35 Jahren Gesundheit und Leben der Mutter gefährden. Bei jüngeren Frauen leidet nach einer Studie in JAMA Internal Medicine (2018; doi: 10.1001/jamainternmed.2018.4696) eher das Kind.

In reicheren Ländern steigt das Alter der Frauen bei der ersten Schwangerschaft. Nicht wenige sind bereits 35 Jahre oder älter, wenn sie ihr erstes Kind bekommen. Für ein Geschwisterkind wird dann die Zeit knapp, weil die Fertilität abnimmt und das Risiko von chromosomalen Aberrationen steigt. Einige Frauen versuchen deshalb, so schnell wie möglich erneut schwanger zu werden. Ein zu kurzes Intervall zwischen 2 Schwangerschaften ist jedoch für ältere Frauen mit einem erhöhten Risiko verbunden, wie Laura Schummers von der Harvard T. H. Chan School of Public Health in Boston herausgefunden hat.

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Die Forscherin hat die Daten von 148.544 Frauen analysiert, die im kanadischen Bundesstaat British Columbia 2 Einzelschwangerschaften hatten. Mehr als jede 10. Frau war bei der ersten Schwangerschaft bereits älter als 35 Jahre. Unter den Frauen, die dann innerhalb von 6 Monaten erneut schwanger wurden, kam es bei 1,2 % zu schweren Komplikationen oder sogar zum Tod der Mutter.

Zu den Komplikationen gehörte eine Behandlung auf der Intensivstation, eine mechanische Beatmung, ein Organversagen, mehr als 3 Bluttransfusionen oder eine ungeplante postpartale Operation. Wenn mindestens 18 Monate bis zur nächsten Schwangerschaft vergangen waren, kam es nur bei 0,5 % der Frauen zu Kompli­kationen oder Tod. Bei jüngeren Frauen kam es unabhängig vom Intervall in 0,3 % der Fälle zu Komplikationen seitens der Mutter.

Ein kurzes Intervall von weniger als 6 Monaten hatte bei jungen Müttern vor allem Nachteile für das Kind: 8,5 % der Schwangerschaften endeten in einer Frühgeburt. Bei jüngeren Frauen, die 18 Monate zwischen den Schwangerschaften warteten, kam es mit 3,7 % deutlich seltener zu einer Frühgeburt.

Auch bei älteren Frauen war das Risiko einer Frühgeburt nach einem kurzen Intervall zur vorhergehenden Schwangerschaft erhöht. Der Unterschied war mit 6,0 % gegenüber 3,4 % jedoch nicht so deutlich wie bei jüngeren Frauen.

Schummers rät aufgrund der Ergebnisse jüngeren und älteren Müttern, mindestens ein Jahr zu warten, bevor sie erneut schwanger werden. © rme/aerzteblatt.de

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