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Politik

Gemeinschaftliche Initiative soll Organspende­bereitschaft erhöhen

Dienstag, 30. Oktober 2018

/dpa

Berlin – Bundesregierung und Organisationen des Gesundheitswesens wollen durch eine gemeinsame Initiative die Bereitschaft zur Organspende erhöhen. Bundesgesund­heitsminister Jens Spahn (CDU) gab heute bei einem Treffen in Berlin den Startschuss für den „Gemeinschaftlichen Initiativplan Organspende“. Dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zufolge soll der Plan in Arbeitsgruppen bis Mitte 2019 erarbeitet werden.

Ziel sei es, die Organspende zu einer „Selbstverständlichkeit“ zu machen, betonte der Minister. „Alle acht Stunden stirbt ein Mensch auf der Warteliste, weil kein passendes Spenderorgan gefunden wird“, beklagte Spahn. Das müsse sich ändern. Ziel sei es, in Deutschland eine „Kultur der Organspende zu fördern, bei der das Denken an eine mögliche Organspende am Lebensende zu einer Selbstverständlichkeit wird“, erläuterte der medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Axel Rahmel.

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Frank-Ulrich Montgomery, Präsident der Bundes­ärzte­kammer und Vorsitzender des Stiftungsrates der DSO, machte deutlich, dass Organspende ein Prozess sei, der viel Zusammenarbeit und Einsatz fordere. Organspende sei auch ein Herzensanliegen für Ärzte, die schwerstkranken Patienten nur so helfen könnten. „Deswegen verstärken wir alle unsere Anstrengungen, den Menschen Organspende zu erklären, ihnen die Sicherheit geregelter Abläufe zu geben und Todkranken zu helfen“, sagte Montgomery.

An der gemeinsamen Initiative sind neben DSO und Bundes­ärzte­kammer die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der GKV-Spitzenverband, der Verband der Privaten Kranken­versicherung, die Ge­sund­heits­minis­ter­kon­fe­renz der Länder, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie Patientenverbände und Spenderangehörige beteiligt.

Nach Spahns Worten soll morgen das Gesetz zu Verbesserungen bei der Organspende im Bundeskabinett beraten werden. Es sieht eine bessere Vergütung für Kliniken vor, die Spenderorgane entnehmen. Spahn will außerdem erreichen, dass die Organe künftig auch in kleineren Krankenhäusern entnommen werden können.

Dafür soll dem Entwurf zufolge ein neurologischer Bereitschaftsdienst eingerichtet werden, der gewährleistet, dass flächendeckend Mediziner für die Feststellung des Hirntodes zur Verfügung stehen. Dies ist Voraussetzung für die Entnahme eines Spenderorgans. Außerdem soll die Position der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern gestärkt werden.

Unabhängig von dieser Neuregelung tritt Spahn für die Einführung einer Widerspruchs­lösung ein. Demnach soll jeder als Spender gelten, wenn er oder Angehörige nicht ausdrücklich widersprechen. Bislang ist eine explizite Zustimmung erforderlich. Über eine solche Neuregelung soll der Bundestag aber erst zu einem späteren Zeitpunkt beraten. Die Widerspruchslösung, die ein Teil der Abgeordneten favorisiert, ist bei einem anderen Teil der Parlamentarier aber schon auf Widerstand gestoßen. Sie lehnen eine solche Regelung ab. © afp/may/aerzteblatt.de

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