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Politik

Tuberkulose­fälle rückläufig

Dienstag, 30. Oktober 2018

/dpa

Berlin – Die Zahl der Tuberkuloseerkrankungen ist im vergangenen Jahr nach der deutlichen Zunahme 2015 (5.834 Fälle) und der weitgehend unveränderten Situation 2016 (5.949 Fälle) wieder zurückgegangen. Das geht aus dem aktuellen Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Demnach wurden 2017 5.486 Tuberkulosen registriert, was einer Inzidenz von 6,7 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner entspricht.

Dabei erkranken dem Bericht zufolge Männer häufiger an einer Tuberkulose als Frauen. Die Inzidenz betrug bei männlichen Personen 9,1 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner und war damit 2,1-mal so hoch wie bei weiblichen Personen (Inzidenz 4,3). Die höchste Inzidenz lag bei jungen Erwachsenen in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen vor (18,2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner).

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Dem RKI zufolge wird die Entwicklung der Tuberkulosesituation in Deutschland überwiegend durch Migrationsbewegungen sowie durch demografische Veränderungen in der Bevölkerung beeinflusst. So ergab die Analyse nach Staatsangehörigkeit – wie schon in den vergangenen Jahren – deutliche Unterschiede im Erkrankungsrisiko.

Demnach betrug bei ausländischen Staatsangehörigen die Inzidenz 40,6 pro 100.000 Einwohner und war damit rund 18-mal so hoch wie in der deutschen Bevölkerung (Inzidenz 2,2). Die beiden 2017 am häufigsten angegebenen nicht deutschen Geburtsländer waren Eritrea und Somalia.

Dem RKI zufolge werden in Deutschland die meisten Tuberkulosen nach wie vor durch eine passive Fallfindung entdeckt – also durch die Abklärung tuberkulosebedingter Symptome. Das betreffe auch viele im Ausland geborene Patienten, deren Erkrankungsrisiko auch noch viele Jahre nach der Einreise erhöht ist.

Rund ein Viertel der hierzulande diagnostizierten Tuberkulosepatienten wurde in Deutschland geboren. Meist handelt es sich dabei um ältere Menschen, die sich in den Kriegs- oder Nachkriegsjahren infiziert haben und im höheren Alter eine aktive Tuberkulose entwickelten. Die Aufmerksamkeit für Tuberkulose und die Berücksichtigung in der Differenzialdiagnose sei daher nach wie vor wichtig, so das Fazit des RKI. © hil/sb/aerzteblatt.de

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