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Medizin

Zikavirus hat Reservoir bei Neuweltaffen

Mittwoch, 31. Oktober 2018

Rhesusaffe /dpa

São Paulo – Brasilianische Forscher haben Zikaviren, die in den letzten Jahren eine schwere Epidemie in ganz Lateinamerika ausgelöst haben, bei Affen nachgewiesen. Die in Scientific Reports (2018; doi: 10.1038/s41598-018-34423-6) vorgestellten Befunde bedeuten, dass die Zikaviren ein Reservoir in der Tierwelt gefunden haben und wie beim Gelbfieber ein sogenannter sylvatischer Zyklus befürchtet werden muss.

Zikaviren wurden 1947 erstmals bei Rhesusaffen nachgewiesen, die zur Erforschung des Gelbfiebervirus in der Nähe des Zika Forest in Uganda gefangen gehalten wurden. Es war deshalb zu befürchten, dass sich die Viren, die vermutlich um das Jahr 2013 nach Brasilien eingeschleppt wurden, auch in Südamerika unter Affen ausbreiten würden.

Dass dies geschehen ist, zeigen jetzt die Untersuchungen an Krallenaffen und Kapuzineraffen, die ein Team um Maurício Lacerda Nogueira vom Forschungsinstitut FAPESP in São Paulo vorstellt. Die Tiere waren von Bewohnern in Rio Preto, einer Stadt im Nordwesten des Bundesstaates São Paulo, aus Angst vor einer Übertragung des Gelbfiebers erschlagen oder erschossen worden.

Die Forscher konnten bei den Tieren jedoch keine Gelbfieberviren finden. Sie dehnten deshalb die Untersuchung auf Zikaviren aus, die dann bei einigen Tieren nachgewiesen wurden. Die Viren hatten verschiedene Organe befallen. Am höchsten waren die Konzentrationen in den Nieren und in der Milz. Das Gehirn, das beim Menschen bei einer transplanzentaren Infektion am stärksten geschädigt wird, zeigte bei den Tieren nur minimale Veränderungen.

Der Nachweis belegt, dass die Zikaviren in Südamerika ein Reservoir in der Tierwelt gefunden haben und deshalb kaum noch zu eliminieren sind. Zu befürchten sind jetzt regelmäßige sylvatische Übertragungen, wie sie beim Gelbfieber die Regel sind. Erkrankte Affen, die in der Nähe der Ortschaften und Städte leben, werden von Mücken gestochen, die das Virus bei einer ihrer nächsten Blutmahlzeiten auf Menschen übertragen.

Die Bewohner sind sich der Gefahr bewusst und versuchen die Tiere zu töten, wenn sie ihnen zu nahe kommen. Normalerweise gelingt dies nicht, da die Affen flink und gerissen sind. In der Regel werden nur durch Krankheiten geschwächte Tiere erlegt, weshalb die FAPESP-Forscher bei den Leichnamen auch nach Krankheitserregern gesucht haben.

Die brasilianischen Forscher haben vier lebende Krallenaffen mit den Zikaviren infiziert, um den Verlauf der Erkrankung bei den Tieren näher zu untersuchen. 5 Tage nach der Infektion kam es bei den Tieren zu einer Virämie, nach 9 Tagen bildeten sich die ersten Antikörper. Die infizierten Affen erkrankten, was es den Bewohnern erleichterte, sie zu töten. © rme/aerzteblatt.de

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