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Ärzteschaft

Marburger Bund Hessen gegen Strafgebühr in der Notaufnahme

Mittwoch, 31. Oktober 2018

/dpa

Frankfurt am Main – Die Forderung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen nach einer Kontaktgebühr für den Besuch in der Notaufnahme ist heute auf Kritik gestoßen. „Wir sind entschieden gegen eine Strafgebühr für Patienten, die eine Notaufnahme zu Praxisöffnungszeiten oder zur Dienstzeit des Ärztlichen Bereitschafts­dienstes aufsuchen“, sagte Susanne Johna, Landesverbandsvorsitzende des Marburger Bundes Hessen.

Eine solche Gebühr sei sinnlos, mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden und treffe die Falschen. Johna verwies darauf, dass die niedergelassenen Ärzte selbst jahrelang gegen die Praxisgebühr gekämpft hätten, weil sie ineffizient und mit einem hohen Arbeitsaufwand verbunden gewesen sei. Sie habe damals zu keinen nach­haltigen Veränderungen des Patientenverhaltens geführt.

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Johna bezeichnete es als sinnvoll, die Notaufnahmen von Patienten zu entlasten, die die Ressourcen eines Krankenhauses nicht brauchten. „Deswegen beteiligt sich der Marburger Bund beispielsweise auch aktiv an der Entwicklung von Ersteinschätzungs­systemen zur Lenkung von Patienten in der ambulanten Notfallversorgung“, erklärte sie.

Kassenärztliche Vereinigung Hessen für Kontaktgebühr in Notaufnahmen

Frankfurt am Main – Für den Besuch in der Notaufnahme sollte künftig eine Kontaktgebühr bezahlt werden. Dafür hat sich die Ver­tre­ter­ver­samm­lung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen einstimmig ausgesprochen, wie die KV heute berichtete. Die Gebühr sollen diejenigen Patienten zahlen, „die eine Krankenhausambulanz zu Praxisöffnungszeiten beziehungsweise zur Dienstzeit (...)

Die eingeleiteten Kampagnen der KVen, beispielsweise zur Bereitschaftsdienstnummer 116117, sorgten bereits langsam dafür, dass Veränderungen stattfinden und die Zahl der ambulanten Patienten in den Notaufnahmen insgesamt leicht zurückgehen. © may/EB/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 1. November 2018, 02:23

Die Vertragsärzte

haben damals dagegen protestiert, dass ihnen der Einzug der Gebühr ohne Ausgleich des Aufwands aufgedrückt wurde! Dass die Praxisgebühr einen Effekt hatte, ist unbestreitbar - endlich erfuhren wir Hausärzte mal, welche Fachärzte eigentich von unseren Patienten "nebenbei" konsultiert wurden.
Vor allem im Notdienst war schlagartig Ruhe - die ganzen Spezialisten, die sich den Besuch beim Hausarzt via Notdienst sparen wollten, waren plötzlich verschwunden... erst nach der völlig unfassbaren Streichung der PG bei JEDER Inanspruchnahme des Notdienstes stellte die vorherigen Zustände wieder her.
Eigentlich müsste der MB doch froh sein, wenn die diensthabenden Assistenzärzte der Krankenhäuser nicht mehr die Notaufnahme mitversorgen müssen
LNS

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