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Ärzteschaft

HNO-Ärzte fordern Hörscreening ab 50 Jahre

Mittwoch, 31. Oktober 2018

/dpa

Neumünster/Berlin – Der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)Ärzte hat sich für ein reguläres Hörscreening ab dem 50. Lebensjahr ausgesprochen. Hintergrund ist, dass laut dem Verband 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland schwerhörig sind. „Nur so können Hörprobleme rechtzeitig erkannt und vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt behandelt werden“, sagte der Direktor des Wissenschaftlichen Instituts für angewandte HNO-Heilkunde aus Bad Bramstedt, Jan Löhler. 

Problematisch sei, dass die Erkrankung oft zu spät erkannt werde, erklärt der HNO-Experte: „Eine Schwerhörigkeit verläuft oft schleichend und wird von den Betroffenen lange nicht bemerkt.“ Nur etwa ein Drittel aller Betroffenen seien sich ihrer Hörprobleme bewusst.

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Mit zunehmendem Lebensalter sinke paradoxerweise das Bewusstsein dafür, tatsächlich schwerhörig zu sein. Deswegen werde nur ein geringer Teil der Betroffenen adäquat behandelt, zum Beispiel durch geeignete Hörgeräte. Die Schwerhörigkeit führe nicht nur zu Kommunikationsproblemen in akustisch schwierigen Situationen, zum Beispiel bei Nebengeräuschen. Sie habe auch zur Folge, dass sich Betroffene häufig sozial isolierten, warnt Löhler.

Der Berufsverband empfiehlt ein reguläres Hörscreening, das jeder Arzt mit einem einfachen Fragebogen vornehmen könne. Nur so könnten Schwerhörende rechtzeitig identifiziert und adäquat vom HNO-Arzt behandelt werden. Der Verband weist daraufhin, dass die Erfolgsaussichten der Behandlung hoch seien.

Die von den Krankenkassen eigenanteilsfrei zur Verfügung gestellten Hörgeräte ermöglichten zum Beispiel in der Regel eine befriedigende Versorgung der Betroffenen. „Selbst hochgradig Schwerhörenden oder funktionell Ertaubten kann heute durch den Einsatz einer Innenohrprothese, eines sogenannten Cochlea Implants (CI), gut geholfen werden“, so Löhler. © hil/aerzteblatt.de

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