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Medizin

Über- und Untergewicht können das Leben um etwa vier Jahre verkürzen

Donnerstag, 1. November 2018

/dpa

London – Normalgewichtige Menschen haben das geringste Risiko, an Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Eine Studie in Lancet Endocrinology & Diabetes (2018; doi: 10.1016/S2213-8587(18)30288-2), bestätigt, dass bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 21 bis 25 kg/m2 bessere Voraussetzungen für ein langes Leben bestehen, als bei einem Über- oder Untergewicht.

Übergewicht und Adipositas sind ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. Frühere Untersuchungen haben denn auch gezeigt, dass Menschen mit Über- oder Untergewicht ein erhöhtes Sterberisiko haben. Zu diesem Ergebnis kommen jetzt auch Krishnan Bhaskaran von der London School of Hygiene & Tropical Medicine und Mitarbeiter, die die Daten der UK Clinical Practice Research Datalink (CPRD) ausgewertet haben. Die CPRD speichert die elektronischen Krankenakten britischer Hausarztpatienten. Dort finden sich regelmäßig auch Angaben zum BMI der Patienten.

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Die Forscher haben die Daten von 3,6 Millionen Patienten ausgewertet, von denen 367.512 inzwischen gestorben sind. Insgesamt ergab sich eine J-förmige Assoziation. Das niedrigste Sterberisiko hatten Patienten mit einem BMI von 25 kg/m2. Jeder Anstieg des BMI um 5 kg/m2 war mit einer Zunahme des Sterberisikos um 21 % verbunden (Hazard Ratio 1,21; 95-%-Konfidenzintervall 1,20 bis 1,22). Unterhalb eines BMI von 25 kg/m2 nahm das Risiko um 9 % pro 5 kg/m2 zu (Hazard Ratio von 0,81; 0,80-0,82 für den Anstieg um 5 kg/m2).

Eine Adipositas (BMI von 30 oder mehr) war bei Männern mit einem Verlust von 4,2 Lebensjahren und bei Frauen mit einem Verlust von 3,5 Jahren verbunden. Bei einer morbide Adipositas (BMI 40 plus) verlieren Männer 9,1 Jahre und Frauen 7,7 Jahre.

Mit einem hohen BMI steigt nicht nur das Risiko, an Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Eine Assoziation war auch für Atemwegserkrankungen, Lebererkrankungen und Diabetes nachweisbar.

Ein niedriger BMI war mit einem erhöhten Sterberisiko an Herz-Kreislauf-Erkran­kungen, Atemwegserkrankungen, Demenz und Suizid assoziiert. Untergewicht ist laut Bhaskaran ebenso wie Übergewicht ein Indikator für einen schlechten Gesundheitszustand.

Das niedrigste Risiko auf einen Herz-Kreislauf-Tod hatten Patienten mit einem BMI von 25 kg/m2. Jede Erhöhung des BMI um 5 kg/m2 war mit einem Anstieg des kardiovaskulären Sterberisikos um 29 % verbunden (Hazard Ratio 1,29; 1,27-1,30). Das niedrigste Risiko auf einen Krebstod hatten Menschen mit einen BMI von 21 kg/m2. Jeder Anstieg des BMI um 5 kg/m2 war hier mit einem um 13 % höheren Risiko verbunden (Hazard Ratio 1,13; 1,22-1,14) verbunden.

Eine Kausalität vorausgesetzt, gehen in Großbritannien 5,5 % der Todesfälle auf Übergewicht und 0,7 % auf Untergewicht zurück. © rme/aerzteblatt.de

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