NewsPolitikPflichtmit­gliedschaft für Zahnheilkunde­gesellschaften in Kammern gefordert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflichtmit­gliedschaft für Zahnheilkunde­gesellschaften in Kammern gefordert

Donnerstag, 1. November 2018

/dpa

Berlin – Der anhaltende Trend zu Zahnheilkundegesellschaften, etwa Zahnheilkunde-GmbHs, hat die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) auf den Plan gerufen. Sie sieht die Versorgungssicherheit in Gefahr und verlangt vom Gesetzgeber, dass Zahnheilkunde­gesellschaften künftig verpflichtend Kammermitglieder in den Landeszahnärztekammern werden müssen.

Der BZÄK zufolge regeln die Berufsordnungen der Landeszahnärztekammern für jeden Zahnarzt verbindlich dessen Verhalten. Die Festlegung der Berufspflichten diene unter anderem dazu, die Qualität der zahnärztlichen Tätigkeit sicherzustellen, berufs­würdiges Verhalten zu fördern und berufsunwürdiges Verhalten zu verhindern.

Anzeige

Erfolgt die Ausübung der zahnärztlichen Tätigkeit jedoch in der Rechtsform einer juristischen Person, kann die Einhaltung des patientenschützenden Berufsrechts nach Aussagen der BZÄK derzeit nicht durch die Kammer überwacht werden, weil juristische Personen nicht Mitglieder der Zahnärztekammern seien.

„Die Erfahrung zeigt, dass aber gerade Großstrukturen eine Tendenz zur Gewinn­maximierung unter Inkaufnahme von Über-, Unter- oder Fehlversorgung haben, insbesondere dann, wenn diese Strukturen in den Einfluss von ausschließlich gewinnorientierten Großinvestoren geraten“, sagte BZÄK-Präsident Peter Engel. Tendenzen, denen mit den Mitteln des Berufsrechts effektiv und nachhaltig begegnet werden könnte.

Neben einer Pflichtmitgliedschaft fordert die BZÄK auch, den Risiken von Fehlanreizen durch den Einfluss von renditeorientierten Kapitalgebern durch gesetzgeberische Maßnahmen zu begegnen. Beides sei „unerlässlich, um einen umfassenden Schutz der Patienten vor Fehlentwicklungen zu gewährleisten, unabhängig davon, ob die zahnärztliche Leistung von einem Einzelzahnarzt oder einer juristischen Person erbracht wird“, heißt es von der BZÄK. © may/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Mai 2020
Berlin – Ein geplanter Schutzschirm für Zahnärzte, Therapeuten und bestimmte Reha-Einrichtungen soll morgen in Kraft treten. Für Zahnärzte ist offenbar ein Schutz in geringerem Umfang als ursprünglich
Schutzschirm für Zahnärzte wird zurückgefahren
12. April 2020
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will angesichts der Coronakrise weitere Teile des Gesundheitswesen finanziell unterstützen. Wegen einbrechender Patientenzahlen sollen nun unter
COVID-19: Finanzhilfen auch für weitere Gesundheitsberufe und Zahnärzte
30. März 2020
Hannover − Viele Zahnärzte in Niedersachsen können sich nicht ausreichend vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. „Wir haben einen absoluten Mangel an Desinfektionsmitteln
Zahnärzten fehlen Schutzausrüstung und Unterstützung
20. März 2020
Berlin − Deutschlands Zahnärzte wollen die Versorgung der Patienten auch bei einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus sicherstellen. Patienten, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert haben und
Zahnärzte sagen Versorgung trotz Virus-Ausbreitung zu
4. März 2020
Berlin – Angesichts anhaltend niedriger Zinsen auf den Finanzmärkten investieren Experten zufolge internationale Kapitalgesellschaften zunehmend in die ambulante ärztliche und zahnärztliche Versorgung
Gesundheitsexperten stehen Fremdinvestoren überwiegend kritisch gegenüber
3. Februar 2020
Magdeburg – Zahnärzte in Sachsen-Anhalt haben sich für bessere Bedingungen ausgesprochen, um Pflegebedürftige behandeln zu können. Es gebe hervorragende Behandlungskonzepte, so dass man selbst
Zahnärzte rufen nach besserer Versorgung von Pflegebedürftigen
31. Januar 2020
Berlin – Der Verein der Demokratischen Ärztinnen und Ärzte (vdäa) hat die Herausnahme der Pädiatrie aus dem System der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) verlangt. Im DRG-System sei eine
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER