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Vermischtes

Männer weiter Vorsorgemuffel

Freitag, 2. November 2018

/Henrik Dolle, stockadobecom

Hamburg – Prävention spielt im Gesundheitsbereich eine wichtige Rolle. Aber vor allem Männer sind wahre Vorsorgemuffel. So machen laut einer aktuellen Erhebung des Robert-Koch-Instituts (RKI) gerade einmal 40 Prozent der Männer regelmäßig von Vorsorgeangeboten Gebrauch, bei den Frauen sind es dagegen immerhin 67 Prozent.

„Durch Prävention lassen sich viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt vermeiden“, unterstrich Sabine Voermans, Gesundheitsexpertin der TK, anlässlich des Weltmännertages am 3. November. Wichtig ist auch, dass Männer auf Symptome wie eine Erektionsschwäche, Kurzatmigkeit oder Herzstechen achten. So könnten zum Beispiel bereits bis zu fünf Jahre vor einem Herzinfarkt erektile Dysfunktionen auftreten, da Infarkte neben psychischen auch häufig organische Ursachen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben.

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Neben körperlichen Beschwerden vernachlässigt das starke Geschlecht aber auch seine seelische Gesundheit. „Männer leiden oft unerkannt. Gerade bei psychischen Erkran­kungen gehen sie viel seltener zum Arzt als Frauen“, verwies Wiete Schramm, Arbeitsmedizinerin bei TÜV Rheinland. Die Tatsache, dass etwa drei Viertel der jährlichen Suizide in Deutschland durch Männer verübt werden, lasse Rückschlüsse auf unentdecktes Leiden zu. „Depressionen gelten als typisches Frauenleiden. Viele Männer gestehen sich eine psychische Krankheit nicht ein – auch weil sie die Symptome nicht deuten können“, so die Expertin.

Denn während Frauen im Falle einer Depression dazu tendieren, sich zurückziehen, äußere sich die Krankheit bei Männern unter anderem in Form von aggressivem Verhalten und Wutanfällen. Typisch sei auch, dass Männer beim Arzt eher greifbarere, körperliche Beschwerden wie Magenschmerzen oder Rücken- und Herzprobleme angeben. Doch die Expertin sieht eine Wandlung: „Das gesellschaftliche Bild des Mannes verändert sich. Männer nehmen Elternzeit, achten auf ihre Work-Life-Balance und haben es inzwischen auch leichter, eine psychische Erkrankung zuzugeben“, so Schramm. hil © hil/sb/aerzteblatt.de

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