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Medizin

Warum eine Doppelinfektion mit Bakterien und Viren oft besonders aggressiv ist

Dienstag, 6. November 2018

/fotoliaxrender, stockadobecom

Freiburg – Wissenschaftler des Instituts für Immunologie am Universitätsklinikum Freiburg haben im Tiermodell entschlüsselt, wie eine gegen ein Virus gerichtete Immunantwort durch eine zeitgleich stattfindende bakterielle Infektion gehemmt wird. Die Arbeit ist im Fachmagazin Nature Communications erschienen (2018; doi: 10.1038/s41467-018-06609-z).

Durch eine Virusinfektion werden im Körper bekanntlich T-Zellen des Immunsystems aktiviert. Diese können das Virus gezielt bekämpfen. „Wir haben festgestellt, dass eine parallel ablaufende bakterielle Infektion die Aktivierung der T-Zellen stark hemmt. Dadurch wird eine effektive Abwehr des Virus verhindert“, erläutert der Studienleiter Hanspeter Pircher, Direktor des Instituts für Immunologie des Universitätsklinikums Freiburg.

Die Forscher wiesen nach, dass für diese Hemmung ein Bestandteil mancher Bakterien verantwortlich ist, das Lipopolysaccharid LPS. Allerdings hemmt das LPS die T-Zellen nicht direkt. Vielmehr aktiviert es weitere Immunzellen, die natürlichen Killerzellen (NK-Zellen).

Die Freiburger Forscher wiesen im Mausmodell nach, dass die NK-Zellen die T-Zellen sogar zerstören und so die Virusabwehr schwächen. Im Experiment schalteten die Wissenschaftler die NK-Zellen gezielt aus. Die T-Zellen blieben dann aktiv und bekämpften die Virusinfektion erfolgreich.

„NK-Zellen, die durch Bakterien oder andere Krankheitserreger aktiviert werden, hemmen durch zellschädigende Mechanismen die Immunantwort gegen das Virus“, fasst Pircher zusammen. Dieser Befund verdeutliche die komplexen immunologischen Netzwerke, die bei der Kontrolle von infektiösen Erregern von Bedeutung sind. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Erkenntnisse langfristig einen neuen Ansatzpunkt bieten, um Doppelinfektionen besser zu behandeln. © hil/aerzteblatt.de

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