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Medizin

Studie: Bereits ein Energydrink verschlechtert Gefäßfunktion

Dienstag, 6. November 2018

/Andrea Sachs, stock.adobe.com

Houston – Bereits ein einziges Energygetränk führt zu einer Veränderung der Endothelfunktion der Blutgefäße, die auf Dauer das Risiko auf eine Gefäßerkrankung erhöhen könnte. Das kam in einer Studie heraus, deren Ergebnisse in der nächsten Woche auf der Jahrestagung der American Heart Association in Chicago vorgestellt werden.

Kardiologen der McGovern Medical School in Houston haben bei 44 Medizin­studierenden – alle Anfang bis Mitte 20, körperlich gesund und Nichtraucher – die flussvermittelte Vasodilatation (FMD) der Arteria brachialis bestimmt. Dafür wird für kurze Zeit die Durchblutung im Arm mit einer Blutdruckmanschette gestoppt. Nach dem Lösen der Blutsperre wird mit einer Ultraschallsonde der Durchmesser der Armarterie bestimmt. Bei gesunden Menschen kommt es zu einer Erweiterung. Eine Verminderung dieser Vasodilatation ist ein Zeichen für eine Störung der Endothelfunktion, da das Endothel die Signale für die Vasodilatation gibt.

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Das Team um John Higgins führte den Test bei den Probanden zweimal durch, einmal bevor sie 700 ml (24 Ounzes) eines Energygetränks zu sich nahmen und ein zweites Mal anderthalb Stunden später. Vor dem Trinken betrug die FMD 5,1 %. Nach dem koffeinhaltigen Getränk erweiterte sich die Arterie im Durchschnitt nur noch um 2,8 %. 

Welche Inhaltsstoffe der Energydrinks für die Veränderung verantwortlich sind, konnte Higgins nicht klären. Die Getränke enthalten neben Koffein noch eine Reihe anderer pharmakologisch aktiver Substanzen. Dazu gehört die Aminosäure Taurin, eine Reihe von Kräutern und jede Menge Zucker.

Die möglichen Risiken von Energydrinks beschäftigen den Kardiologen bereits seit einiger Zeit. Frühere Studien haben gezeigt, dass nach dem Konsum eines Energydrinks Blutdruck und Herzfrequenz kurzfristig ansteigen. Auch eine arrhythmogene Wirkung ist möglich, da Taurin das QT-Intervall verlängern kann. Mehrere Fälle von ventrikulären Arrhythmien teilweise mit Todesfolge sind in der Literatur beschrieben. Gefährdet sind vor allem (aber laut Higgins nicht nur) Personen mit genetischen Kardiomyopathien, die den Betroffenen meist nicht bewusst sind, weil sie in jungen Jahren nicht zu Symptomen führen. Auch ein Koronarspasmus ist möglich.

In einer Übersicht führt Higgins mehrere Fälle an, in denen es bei jungen Menschen nach einem exzessiven Konsum von Energydrinks zu Herzinfarkten, koronaren Dissektionen, einem Takotsubo-Phänomen, einer Aortendissektion oder auch zu einem plötzlichen Herztod kam.

Der Kardiologe rät allen Jugendlichen, Schwangeren, Erwachsenen mit Koffein­sensitivität sowie Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen und solchen, die Medikamente einnehmen, vom Konsum von Energydrinks ab. Alle anderen sollten nicht mehr als einen Energydrink pro Tag zu sich nehmen, aber niemals zusammen mit Alkohol oder vor dem Sport. © rme/aerzteblatt.de

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