NewsVermischtesStudie: Pendeln macht nicht kränker – stresst aber psychisch
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Studie: Pendeln macht nicht kränker – stresst aber psychisch

Dienstag, 6. November 2018

/dpa

Hamburg – Das Pendeln zwischen Wohnort und Arbeit macht insgesamt nicht kränker – belastet aber die Psyche. Das geht aus der Studie „Mobilität in der Arbeitswelt“ hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) heute in Hamburg veröffentlichte. Bei Berufspendlern liegen die psychisch bedingten Fehltage fast elf Prozent höher als bei Beschäftigten, die nur eine kurze Anfahrt zu Arbeitsstelle haben.

Insgesamt gehört fast die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland (45 Prozent) zu den Berufspendlern. Ihr Arbeitsplatz liegt in einem anderen Kreis als ihr Zuhause. Statistisch gesehen waren Pendler der Studie zufolge mit durchschnittlich 13,7 Fehltagen im vergangenen Jahr insgesamt einen halben Tag weniger krankgeschrieben als Berufstätige mit kurzem Arbeitsweg (14,2). Von denjenigen mit einer wohnortnahen Arbeitsstelle waren 52,3 Prozent mindestens einmal krankgeschrieben – bei den Pendlern betraf dies 49,4 Prozent. Dieses Ergebnis deckt sich mit einer ähnlichen Untersuchung der TK von 2012.

Anzeige

Allerdings gehen lange Arbeitswege auf die Nerven. Der Studie zufolge entfielen 2017 auf 100 Pendler 242 Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen. Bei den Beschäftigten mit kurzem Arbeitsweg waren es nur 219 Tage je 100 Arbeitnehmer. Die psychisch bedingten Fehltage liegen damit bei Pendlern fast elf Prozent höher, bei den Frauen liegt die Differenz sogar bei rund 15 Prozent.

Wie die Studie weiter zeigt, variiert der Anteil der Pendler deutlich zwischen den Berufsgruppen. Den höchsten Anteil haben erwartungsgemäß Beschäftigte im Luftverkehr wie Piloten und Servicefachkräfte sowie Vertriebsmitarbeiter. Auch in vielen IT-Berufen nehmen die Angestellten weite Wege auf sich. Die wenigsten Pendler gibt es in Agrar- und Ernährungsberufen sowie bei Angestellten in privaten Haushalten wie Hauswirtschaftern und Reinigungskräften.

Zudem ist der Pendleranteil umso größer, je höher der Ausbildungsabschluss ist. Beschäftigte ohne oder in Ausbildung arbeiten seltener außerhalb ihres Wohnkreises (38 Prozent Pendler). Besonders weite Strecken pendeln Beschäftigte mit Promotion und anderen Hochschulabschlüssen. Von ihnen pendelt fast jeder Zweite. 7,5 Prozent der Männer und 5,4 Prozent der Frauen legen dabei sogar 200 Kilometer und mehr je Strecke zurück.

Die Daten stammen aus dem TK-Gesundheitsreport, für den die Kasse jährlich die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der Versicherten analysiert. Für die Studie wurden Daten von Versicherten aus den Jahren 2011 bis 2017 untersucht. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #749369
Ambush
am Mittwoch, 7. November 2018, 13:37

Totalversagen der Merkel-Regierung in der Wohnungspolitik macht Situation sicherlich nicht besser

Das Totalversagen der Merkel-Regierung in der Wohnungspolitik macht die Situation mit dem Stress durch Pendeln sicherlich nicht besser.... Und! Es wird noch immer weitgehend nur Placebo-Politik gegen die Wohnungskrise in Deutschland getan. Man hat ja andere Aufgaben (sich unnötigerweise aufgebürdet), Versorgung und Integration der Flüchtlinge, Kohleausstieg, ständig Streit mit Erdogan und Putin schüren, Deutschland will Vorreiter beim Klimaschutz sein, Gender etc bzw. Merkel ist ja "the last leader of the free world" (war wohl nix, @ New York Times ). ...das Schlimme ist, wenn die GroKo zerbricht, dann dürfte das nicht besser, sondern noch schlimmer werden. Aber die Entzauberung der Grünen, die wird beginnen, sobald sie an der Regierung sind...
Avatar #624602
Joachim K.
am Mittwoch, 7. November 2018, 11:59

Pendeln macht känker

Das sagen die TK-Forscher selbst. Sie gehen vom Healthy-Worker-Effekt aus. Die Gruppe von Arbeitern, die im Grunde gesünder sind als andere, pendel auch. Wenn diese körperlich gesundere Gruppe dann fast genauso viele Krankheitstage hat wie die körperlich kränkere Gruppe, die nicht pendelt, dann macht Pendeln sehr wohl krank.
Wenn man zum Schluß kommt, dass Pendeln nicht krank macht, dann muss man Äpfeln mit Birnen vergleichen .
LNS

Nachrichten zum Thema

14. November 2018
Dresden – Für Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJ) sollte es eine landesweit einheitliche Aufwandsentschädigung in Höhe des BAföG-Höchstsatzes geben. Das hat heute die Kammerversammlung der
Praktisches Jahr: Ärztekammer Sachsen für einheitliche Aufwandsentschädigung von Studierenden
13. November 2018
Berlin – Für mehr als jeden vierten Arbeitnehmer fällt häufig die Pause aus. Im vergangenen Jahr gaben 28 Prozent aller befragten Beschäftigten an, häufig von Pausenausfällen betroffen zu sein, wie es
Mehr als jeder vierte Arbeitnehmer macht regelmäßig keine Pause
12. November 2018
Berlin – Die Delegierten der 134. Haupt­ver­samm­lung des Marburger Bundes (MB) haben engagiert über die künftige Ausrichtung der Tarifpolitik des Verbandes diskutiert. Dabei herrschte Einigkeit darüber,
Bessere Arbeitsbedingungen vor Gehaltssteigerungen
19. Oktober 2018
Berlin – Im Gesundheitswesen wurde 2017 rund zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Es ist Arbeitgeber für mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland. Mit deutlich höheren
Fachärzte betonen ihre wirtschaftliche Bedeutung
18. Oktober 2018
Berlin – Die Struktur der niedergelassenen Ärzte in Deutschland verändert sich: Die Zahl der angestellten Haus- und Fachärzte steigt, in der jüngeren Generation von niedergelassenen Ärzten sind es
Zwischen Kümmerer und Burn-out
18. Oktober 2018
Stuttgart – Viele angestellte Ärzte in Baden-Württemberg wünschen sich mehr Zeit für ihre Patienten. Zwei Drittel gaben in einer von dimap durchgeführten Umfrage an, sich nicht genügend um die
Ärzte in Baden-Württemberg wollen mehr Zeit für Patienten
17. Oktober 2018
Berlin – Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, will kleine und mittelständische Pflegeeinrichtungen dabei unterstützen, die Arbeitsbedingungen der bei ihnen
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER