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Politik

Expertengremium soll schnell Lösungen gegen Ärztemangel finden

Dienstag, 6. November 2018

/dpa

Hannover – Pflegenotstand, Ärztemangel und Investitionsstau in den Krankenhäusern: Eine neue Enquete-Kommission soll Lösungen für die großen Herausforderungen der medizinischen Versorgung in Niedersachsen finden. Das Gremium soll aus 25 ständigen Mitgliedern bestehen und möglichst noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen, teilten die Fraktionen von SPD und CDU heute in Hannover mit. Spätestens bis Anfang 2020 soll ein Abschlussbericht vorgelegt werden.

„Es ist ein offenes Geheimnis, dass die ärztliche Versorgung in den ländlichen Regionen Niedersachsens in den nächsten Jahren zu einem Versorgungsnotstand führen kann, wenn wir nicht entschlossen handeln“, sagte SPD-Fraktionschefin Johanne Modder. Überprüft werden solle auch, wie viele Absolventen eines Medizinstudiums wirklich als Arzt tätig werden, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dirk Toepffer. Derzeit sind landesweit 365 Hausarztstellen nicht besetzt.

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„Grundsätzlich haben wir im Bereich der medizinischen Versorgung aber kein Erkenntnisdefizit, sondern ein massives Handlungsdefizit“, sagte die gesundheits­politische Sprecherin der Grünen, Meta Janssen-Kucz. Wichtig sei, die Pflege einzubeziehen.

Eine Enquete-Kommission ist eine vom Bundes- oder Landtag eingerichtete Arbeitsgruppe, die Entscheidungen zu komplexen Themen für das Parlament vorbereitet. Ihr gehören neben Fachleuten Abgeordnete aller Fraktionen an. In Niedersachsen gibt es derzeit keine andere Enquete-Kommission. Die Ärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, die Niedersächsische Krankenhaus­gesellschaft sowie die Pflegekammer begrüßten das neue Gremium. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 7. November 2018, 23:48

Bis das alles greift

hat schon längst die "AI" übernommen. In Teilen von GB kann man sich bereits heute bei einem "virtuellen Hausarzt" einschreiben, der 24/7 per ChatBot die Triage in gleicher Qualität wie ein realer Arzt anbietet. Triage bedeutet hier die Entcheidung über die Notwendigkeit, einen Arzt sehen zu müssen - und die notwendige Dringlichkeit.
Wenn in 12 Jahren die ersten fertigen "Quotenlandärzte" die Weiterbildung abschließen, werden sie gar nicht mehr gebraucht, weil "Verah" und "AGNES" mit dem Tablet eine qualitativ hochwertige Versorgung mit weniger Ärzten sicherstellen können...
Der Hausärztemangel, zumal auf dem Land, hat doch ganz andere Ursachen. Medizin ist heute weiblich, 2/3 der angehenden ÄztInnen!
Aber auch die Männer haben heute ganz andere Ansprüche an ihre Tätigkeit, die reine Geldorientierung ist geschwunden. Heute ist wichtig, morgens zu wissen, wann sie nachmittags Feierabend haben - in der Hausarztpraxis nicht kalkulierbar.
Wer sich durch 5 Jahre Weiterbildung quält, wählt ein Fach, das ihm diese Möglichkeit eröffnet. Wer wählt freiwillig ein Fach, dass vor allem reichlich Arbeit verheißt, zum großen Teil unbezahlt, mit enormen Regressrisiken, die sich aus der Heterogenität der Fachgruppe ergeben... und dann noch freiwillig aufs Land! Das bedeutet lange Schulwege für die Kinder, fehlende Jobs und/oder lange Pendelstrecken für die PartnerInnen... vor Ort kein Bäcker, Fleischer, Discounter, für jeden Bleistift ins nächste Mittelzentrum, kein schnelles Internet, löchriges Mobilfunknetz und und
Macht das Landleben insgesamt attrakriver, dann finden sich auch wieder ÄrztInnen
Avatar #719593
Morrighan
am Mittwoch, 7. November 2018, 14:18

All diese seltsamen Anreize für angehende Landärzte

sind doch absoluter Quatsch. Wenn das Land wirklich mehr (junge) Landärzte möchte, dann müssen die auch was springen lassen. Ein junger Mensch zieht niemals freiwillig aufs Land, wenn er in der Großstadt oder in einem Vorort wohnen kann.

Wie wäre es mit einer neuen fertigen Praxis und einem Haus? Dann bekommt das Land schon eher junge Ärzte aufs Land. Vor allem weil selbst junge Ärzte sich heute eigentlich gar kein Haus mehr leisten können, wenn man die Kaufpreise mal betrachtet, wenn dann noch ein familientaugliches Auto dazu soll sind wir schnell bei einem Betrag, den sich vielleicht Oberärzte über mehrere Jahre Kreditabtragung leisten können.

Die Landarztquote, die hier nicht angesprochen wurde, halt ich erst recht für falsch, denn ein junger Mensch der nicht einmal seine Charakterentwicklung durchlaufen hat kann unmöglich Voraussagen, dass er auf jeden Fall in 11 Jahren auf das Land ziehen möchte, um dort als Allgemeinmediziner zu arbeiten, denn die Wünsche in Bezug auf die Facharztausbildung ändern bald jährlich im Studium.

Wie mein Vorredner schon durch die Blume sagte: Das bringt doch nichts. Heute ziehen nur Sachleistungen oder Geld.
Avatar #683778
Freudi
am Dienstag, 6. November 2018, 23:37

Endlich, noch ein Gremium?!

Wenn Du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis.... Was das wieder kostet?!
LNS

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