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Fachgesellschaft empfiehlt Sport nach Hüftendoprothese

Dienstag, 6. November 2018

/Evgeni Schemberger, stockadobecom

Freiburg – Nach dem Einsatz einer Hüftendoprothese ist regelmäßiger moderater Sport nicht nur möglich, sondern hochgradig empfehlenswert. Darauf weist die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik hin. „Tatsächlich erlauben moderne Materialpaarungen für den Ersatz von Hüftpfanne und Hüftkopf mittlerweile einen aktiveren Lebenswandel. Der Grund: Sie erzeugen bei Belastung deutlich weniger Abriebpartikel – bisher eine der Hauptursachen für eine Lockerung des Implantats“, erklärte die Fachgesellschaft.

„Die seit den 1960er-Jahren häufig verwendeten relativ weichen Polyethylenpfannen in der Gleitpaarung mit einem Metallkopf beziehungsweise Metallpfannen in Kombination mit einem Metallkopf erzeugten selbst bei moderater körperlicher Belastung relativ viel Abrieb“, erläuterte Karl-Dieter Heller, Generalsekretär der AE. Der Abrieb konnte in der Implantatumgebung eine Entzündung auslösen. Diese führte zu Knochenabbau rund um die Prothese. Dadurch ging der Halt im Implantatlager verloren, das Kunstgelenk lockerte sich und musste ausgewechselt werden, skizziert der Experte den Pathomechanismus.

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Um einem Prothesenverschleiß vorzubeugen, rieten Ärzte ihren Patienten deshalb, das künstliche Gelenk möglichst nur zurückhaltend zu belasten. „Viele Patienten haben sich deshalb eher zu wenig bewegt“, so Heller. Doch diese Empfehlung sei überholt. Ende der 1990er-Jahre kam laut der AE das hochvernetzte und wesentlich abriebfestere Polyethylen (HXPE) auf den Markt. Bei den danach entwickelten Vitamin-E-haltigen HXPE-Pfannen konnten die Abriebraten in Kombination mit einem Keramikkopf laut Heller sogar noch weiter reduziert werden. „Mit der Einführung verschleißresistenter Materialien sind wichtige Voraussetzungen für eine stärkere Belastung künstlicher Hüften erfüllt“, sagte Heller. Tägliche moderate Bewegung sei daher bei jedem Patienten möglich und gewünscht. Gezielte Muskelkräftigung rund um das Implantat trage sogar zur Haltbarkeit der Prothese bei. 

„Die allgemein bekannte Empfehlung zu schonenden und zyklischen Ausdauer­sportarten wie Schwimmen, Wandern, Radfahren oder Golf frühestens ab drei, besser erst sechs Monate nach der Operation, behält aber in jedem Fall ihre Gültigkeit“, erläuterte der AE-Präsident Florian Gebhard. Leistungssport mit künstlicher Hüfte sei jedoch weiterhin nicht empfehlenswert, da er die Haltbarkeit der Prothese erheblich verkürzen könne, so der Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Ulm. © hil/aerzteblatt.de

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